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Miteinander oder gegeneinander? Auf Facebook gründen Geretsrieder und Wolfratshauser eine Gruppe nach der anderen.

Ein Überblick

Zoff auf Facebook: Jetzt gibt es zwei Geretsrieder Gruppen

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In der Gruppenlandschaft auf Facebook haben sich die Ereignisse in den vergangenen Tagen überschlagen. Warum es jetzt zwei „Du bist aus Geretsried, (wenn) ...“-Gruppen gibt und was die Wolfratshauser dazu sagen:

Geretsried – Lange gab es keine eigene Gruppe für Geretsrieder im sozialen Netzwerk Facebook. Seit einer Woche sprießen sie aus dem Boden. Das hat sogar zu einer Grundsatzdiskussion über das Verhältnis zwischen Wolfratshausen und Geretsried geführt – auf Facebook scheint es nicht gut um die interkommunale Zusammenarbeit bestellt zu sein.

Aber von vorne: Die Gruppe „Du bist aus Wolfratshausen, wenn ...“ floriert schon einige Jahre. Über 3700 Mitglieder tauschen sich über regionale Themen aus. Den Wunsch nach einer Geretsried-spezifischen Plattform erfüllte sich ein 52-Jähriger um Weihnachten. Wie berichtet will der Administrator von „Du bist aus Geretsried ...“ (170 Mitglieder) mehr über seinen Wohnort wissen – „auch Sachen, die man nicht in den Nachrichten erfährt und bei denen die Quellen nicht nur aus einer Richtung kommen“, wie er unserer Zeitung sagte.

Seine Politik, nur Mitglieder aufzunehmen, die Eintrittsfragen beantworten, gefiel allerdings nicht allen. So kam es vergangenes Wochenende zu einem kleinen Eklat. Einige – nach eigenen Angaben willkürlich abgelehnte oder rausgeworfene – Geretsrieder schlossen sich in der neuen Gruppe „Du bist aus Geretsried, wenn ...“ zusammen. Die laut Eigenbeschreibung „faire Gruppe für alle aus Geretsried“ fand Anklang: Innerhalb kurzer Zeit wuchs die Mitgliederzahl auf über 370.

Für den Geretsrieder Zusammenschluss mit „wenn“ im Namen zeichnet Robert Träger (58) verantwortlich. Der Geretsrieder CNC-Techniker verspricht, „niemanden rauszuwerfen, wenn er sich nicht daneben benimmt“. Außerdem hofft Träger – er ist in der Jugendarbeit aktiv – Geretsrieder Heranwachsende über den digitalen Weg zu erreichen. Eine Konkurrenzsituation zwischen den Facebook-Gruppen sieht Träger nicht. „Die Leute sollen selbst entscheiden, wo sie sich besser aufgehoben fühlen.“ Auch der Administrator der Ohne-Wenn-Gruppe kann mit dem neuen Mitbewerber leben und will seine Plattform weiter betreiben.

Die Geretsrieder Facebook-Aktivitäten gingen an der Nachbarstadt natürlich nicht spurlos vorbei. Der Administrator der Wolfratshauser Wenn-Gruppe stellte zur Diskussion, diese um Geretsried zu erweitern. Die Abstimmung läuft noch bis Sonntag, bisher sind 213 Mitglieder dagegen, 84 dafür. Ähnlich eindeutig ist die lebhafte Diskussion über einen möglichen neuen Gruppennamen: In 140 Kommentaren heißt es, dass in Wolfratshausen kein Platz für Geretsried sei. Für alle, die anderer Meinung sind, wurde inzwischen die Kompromiss-Gruppe „Stammtisch Geretsried und Wolfratshausen“ gegründet.

Die Mit-Wenn-Geretsried-Gruppe hat übrigens auch abgestimmt: 58 sind für eine Fusion, 7 dagegen. Dort herrscht eher Unverständnis über die Ablehnung der Nachbarstadt: „War mir nicht bewusst, dass man so verfeindet ist, dass man nicht mal gemeinsam eine Facebook-Gruppe haben kann“, schreibt eine Kommentatorin.  sw

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