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Nicht barrierefrei: An den Behindertenparkplätzen an der Egerlandstraße sind die Bordsteinkanten zu hoch.

Arno Bock (VdK) fordert mehr Barrierefreiheit

Zu viele Stolperfallen im Stadtgebiet

Geretsried – Es gibt zu viele Stolperfallen im Stadtgebiet, findet Arno Bock vom VdK. Er hat eine Mängelliste zusammengestellt.

Bereits in diesem Sommer forderte VdK-Ortsvorsitzende Gisela Lucht den Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller auf, im gesamten Stadtgebiet für Barrierefreiheit zu sorgen. „Gemeinsam mit dem VdK-Ortsverband, den Ausschussmitgliedern und Bauamtsvertretern soll nun im kommenden Frühjahr eine Begehung an kritischen Stellen erfolgen“, kündigte Arno Bock im Kreis-Seniorenbeirat an. Das Gremium tagte dieser Tage im Rathaus, und Bock präsentierte eine detaillierte Mängelliste.

Arno Bock vom VdK.

Bock begann mit dem Ortsteil Stein. „Dort sind die Bordsteine oft nicht abgesenkt“, bemängelte das VdK-Mitglied. „Schon eine Kante von ein bis zwei Zentimeter ist für einen Rollifahrer ohne Begleiter schwer zu überwinden.“ Etwa zwei Kilometer weiter nördlich, am Waldfriedhof, sei schwer zu überwindendes Kopfsteinpflaster um die Bäume verlegt. „Das mag schön aussehen, ist aber für Gehunsichere und Rollis schwer zu bewältigen“, sagte Bock. Ein weiterer Risikofaktor sei auch die Umgebung des Caritas-Altenheims St. Hedwig an der benachbarten Staatsstraße 2369. Dort endet der Gehsteig in unbefestigtem Boden. „Manche Senioren laufen dann auf die Staatsstraße oder verheddern sich am Straßenrand“, berichtete der Geretsrieder. Dies sei eine der wenigen Stellen, an denen sogar eine Abgrenzung zur Straße hin – das heißt eine Barriere – ausdrücklich erwünscht sei. Problematisch ist nach Einschätzung des VdK auch der Zustand des Gehwegs an der Adalbert-Stifter-Straße auf Höhe des Ahornwegs. Dort gebe es ein großes Gefälle hin zur Fahrbahn. „Rollifahrer müssen stets gegenlenken, um nicht auf die Straße zu gelangen“, gab Bock zu bedenken. Für Menschen mit altersbedingtem Muskelabbau sei das keine leichte Aufgabe.

Im Stadtzentrum an der Egerlandstraße fielen ihm die relativ hohen Bordsteine vor den Behindertenparkplätzen auf. „Notwendig sind niveaugleiche Übergänge“, forderte der Geretsrieder. Im Winter seien außerdem über den Gehweg hängende Sträucher und Zweige gerade für Sehbehinderte Ärgernisse. „Hier muss die Stadt Druck auf die betreffenden Grundstückseigentümer ausüben“, wünschte sich Bock. Zudem würden Räummaschinen oft an Bushaltestellen oder Zufahrten ihre Haufen schichten und damit ein weiteres Hindernis schaffen.

Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter des Landkreises, lobte ausdrücklich das Engagement des VdK-Ortsverbands. „Vergesst aber neben den Körper- auch die Sehbehinderten nicht“, bat er.

Bock sieht der Ortsbegehung des Bauausschusses mit Zuversicht entgegen. „Das Thema Barrierefreiheit muss jetzt in die Köpfe von allen Verantwortlichen rein“, betonte er abschließend. „Ich bin froh, dass unser Bürgermeister da sehr offen ist.“

Info

Wer Barrieren oder Hindernisse im Geretsrieder Stadtgebiet entdeckt, wendet sich am besten per E-Mail an: ov-geretsried@vdk.de, info@geretsried.de oder ruft bei der Stadt unter der Nummer 0 81 71/6 29 80 an. Hinweise nimmt auch der Behindertenbeauftragte des Stadtrats, Günther Fuhrmann, entgegen.

von Peter Herrmann

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