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Übt sich in Galgenhumor: Wolfgang Ramadan, Poet und Kultur- Impresario aus Icking

Zu wenig Nachfrage

Geretsrieder „BrotZeit“ abgesagt

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Geretsried – Schlechte Nachrichten für Kulturfreunde: Organisator Wolfgang Ramadan hat die Veranstaltungsreihe „BrotZeit und Spiele“ in Geretsried absagen müssen. Der Grund: ungenügende Nachfrage. 

Ramadan übt sich – frei nach Karl Valentin – in Galgenhumor: „Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische“, kommentiert der Kultur-Impresario seine Entscheidung.

Positiv: Allen Abonnenten und Käufern von Einzelkarten für Veranstaltungen in den Geretsrieder Ratsstuben ist nach Worten des Veranstalters das Geld bereits zurückerstattet worden. Und: „Alle Abonnenten erhielten Freikarten für die wegen Krankheit auf den 22. März 2018 verschobene Vorstellung der Wellbrüder im Geretsrieder Hinterhalt.“ Als „kleine Wiedergutmachung“ spendierte der Ickinger darüber hinaus allen „BrotZeit“-Abonnenten ein kostenloses Abo für die Kulturreihe „Icking Abo Dorfen“. Wer für die in Geretsried geplante Veranstaltungsreihe eine Einzelkarte gekauft hatte, der bekam laut Ramadan ein Ticket für eine „BrotZeit-und-Spiele“-Veranstaltung an einem anderen Ort.

Die Kehrseite der Medaille: „Wir hatten keine Kosten und Mühen gescheut, um die kulturelle Grundversorgung auch in Geretsried zu etablieren“, berichtet Ramadan rückblickend. „Leider erfolglos, die Nachfrage deckt die Kosten nicht.“ Wie berichtet waren vom 13. Januar bis 25. November in den Ratsstuben zahlreiche Kulturveranstaltungen geplant. Ramadans Idee: Jede Eintrittskarte ist frei übertragbar. Ist der Ticketbesitzer zum Beispiel wegen Krankheit verhindert, spendet sie Ramadan an Menschen mit geringem Einkommen. Ein Konzept, das auch Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller begeisterte. Die Stadt stellte deshalb die technische Ausrüstung für die sechs geplanten Veranstaltungen zur Verfügung.

Es half nichts: „Wegen der wohl zu kurzen Vorlaufzeit, dem Überangebot in benachbarten Gemeinden und Städten wurden – trotz ansprechendem Programm, welches andernorts stets ausverkauft ist – nicht ausreichend Karten verkauft“, bilanziert Ramadan. Die einzelnen Termine in Absprache mit den Künstlern zu verlegen sei ein so kompliziertes Unterfangen, „dass wir letztendlich zu dem Schluss gekommen sind, es vorerst dabei zu belassen die Vorstellungen in den Ratsstuben abzusagen und mit unseren Partnern einen Neuanfang zu planen“.

Wolfgang Ramadan: „Man lernt immer dazu“

Auch ein Kulturschaffender, der so lange im Geschäft ist wie Wolfgang Ramadan „lernt immer dazu“, stellt der Ickinger fest. „Trotz jahrzehntelanger Erfahrung sind wir doch überrascht darüber, dass unser sonst so geschätztes Angebot kaum Publikum generierte. Dies gilt es zu analysieren, um aus Fehlern lernen zu können.“ Ramadan und der Kulturverein Isar-Loisach, der ihn bei Organisation der „BrotZeit“-Reihe unterstützt hatte, werfen in puncto Geretsried die Flinte nicht ins Korn: „Wir planen einen Neuanfang, um mit korrigierten Stellschrauben erneut durchzustarten“, kündigt er an. Und verbleibt bis dahin mit „theatralischen Grüßen, Ihr Wolfgang Ramadan“.

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