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Seit 20 Jahren gibt es die Oberland-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Geretsried. 

Zum 20-jährigen Bestehen

Oberland-Werkstätten in Geretsried: Wo Inklusion gelebt wird

Die Oberland-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Geretsried feiern am Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen. Im Vorfeld hat unsere Zeitung mit Betriebsleiterin Dietlinde Schoch über die Einrichtung gesprochen.

Geretsried – Die Oberland-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Geretsried feiern am Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen. Am Samstag, 7. Oktober, laden sie zu einem Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr ein. Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr sprach mit Betriebsleiterin Dietlinde Schoch über die Entwicklung der Einrichtung, über Inklusion und künftige Aufgabenbereiche.

Frau Schoch, wie hat alles angefangen?

Die ersten Oberland-Werkstätten wurden aufgrund einer Elterninitiative der Lebenshilfe GmbH Bad Tölz-Wolfratshausen 1973 in Bad Tölz eröffnet. Die Mitarbeiter montierten Holzspielzeug für die Geretsrieder Firma Lorenz. Noch heute wird in Gaißach unter anderem Holz bearbeitet. 1993 wurde eine Außenstelle am Breslauer Weg in Geretsried eingerichtet, um auch für Menschen mit Behinderung im Nordlandkreis Arbeitsplätze zu schaffen. Parallel wurde mit dem Bau der Werkstätte an der Gustav-Adolf-Straße begonnen. Sie konnte 1997 eingeweiht werden. Der Betrieb startete mit 65 Mitarbeitern.

Welche Arbeitsplätze gibt es dort?

Wir hatten von Anfang an eine Wäscherei. Die Kreisklinik in Wolfratshausen war unser erster Kunde. Hinzu kam die klassische Industriemontage. Viele Firmen aus Geretsried und Umgebung lassen ihre Produkte in den Oberland-Werkstätten montieren, bearbeiten und verpacken. Seit 2009 gibt es eine Außenarbeitsgruppe beim Gesundheitskonzern Roche in Penzberg. Insgesamt beschäftigen wir heute rund 150 Mitarbeiter.

Manche Kritiker behaupten, die Beschäftigung von Menschen mit Handicap in eigens für sie geschaffenen Werkstätten entspreche nicht dem Inklusionsgedanken.

Dietlinde Schoch: Betriebsleiterin derOberland-Werkstättenin Geretsried.

Ich kann nur sagen, dass alle Menschen, die bei uns arbeiten, sich sehr wohl fühlen. Wir unterstützen Inklusion durch Praktika und sogenannte Außenarbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Einige lehnen jedoch dieses Angebot ab. Das liegt daran, dass wir unsere Arbeitsplätze ideal den Menschen anpassen. Jeder wird seinen Fähigkeiten und Wünschen entsprechend beschäftigt, so dass niemand über- oder unterfordert ist. Es herrscht ein sehr kollegiales, gutes Klima in den Betrieben. Es soll beides geben, um den Menschen eine Wahlmöglichkeit anzubieten.

Gelingt denn die Inklusion?

Die Zusammenarbeit mit Roche funktioniert sehr gut. Dort wird die Inklusion gelebt. Wir würden uns natürlich freuen, wenn noch mehr Unternehmen eine Arbeitsgruppe oder einzelne Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bei sich integrieren könnten, doch bisher gibt es nur wenige Partner. Es gelingt leider auch nur ganz selten, dass Mitarbeiter den Sprung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis schaffen. Außerhalb der beruflichen Teilhabe ist die Inklusion in Geretsried sehr gut. Die Stadt ist sehr offen. Das beste Beispiel ist der Oberland-Firmenlauf, bei dem unsere Mitarbeiter von Anfang an dabei sind.

Der Ausblick in die Zukunft?

Der Personenkreis in unseren Betrieben ändert sich. Bisher waren dort überwiegend Menschen mit kognitiver Behinderung beschäftigt. Es kommen immer mehr Menschen mit erworbener Hirnschädigung, etwa nach einem Schlaganfall oder Unfall, hinzu. Auch die Zahl der Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen steigt. Für dieses Klientel würden wir gerne eigene Arbeitsgruppen schaffen.

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