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Die Sonne trifft auf die schwarze Platte und bringt die Lampen im Glas zum Leuchten. Deutlich größere Anlagen als die auf dem symbolischen Glas wurden 2017 in Geretsried installiert. Dafür bekam die Stadt erneut den Solarstrompreis. Das Foto zeigt (v. li.) EWO-Solarexperten Manfred Zäh, Energiemanagerin Roswitha Foißner, Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl und EWO-Vorstandsvorsitzenden Josef Kellner.

„Auf einem sehr guten Weg“

Zum 4. Mal bekommt Geretsried den Solarstrompreis

Die Stadt Geretsried erhält erneut den Solarstrompreis der Energiewende Oberland. Maßgeblichen Anteil daran hat ein Geltinger Unternehmen.

Geretsried – Die Stadt Geretsried ist zum vierten Mal mit dem Solarstrompreis der Energiewende Oberland ausgezeichnet worden. Maßgeblichen Anteil daran hatte die Firma Loxxess mit ihrem Neubau in Gelting 2016. Durch deren und weitere neue Photovoltaik-Anlagen ist die PV-Leistung um 1204,32 Kilowatt Peak gestiegen. Insgesamt war die Zahl der neuen Anlagen zwar nicht ganz so hoch, doch es reichte erneut für den Solarstrompreis. Diesmal belegt Geretsried hinter der Gemeinde Pähl und vor der Stadt Penzberg den zweiten Platz.

Die Urkunde überreichten Josef Kellner,

Vorstandsvorsitzender der Energiewende Oberland (EWO), und Manfred Zäh, EWO-Solarexperte, am Dienstag an den Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl und Energiemanagerin Roswitha Foißner. Zuvor hat Geretsried den Solarstrompreis schon 2008, 2011 und 2016 erhalten. Mit dem Preis ehrt die EWO seit 2009 die drei Gemeinden in ihrem Einzugsgebiet – umfassend die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau –, die im Vorjahr den größten Zubau an installierter PV-Leistung verzeichnen konnten.

In Geretsried wurden 2017 17 neue Anlagen erbaut, die eine Leistung von 208 Kilowatt Peak bringen. „Davon waren 14 kleinere mit Leistungen von unter zehn Kilowatt Peak“, erklärte Zäh. Den größten Anteil habe diesmal ein Unternehmen an der Jeschkenstraße beigetragen, das eine 63-Kilowatt-Peak-Anlage zugebaut habe.

Mit 30 neuen Anlagen und einer zusätzlichen PV-Leistung von 204 Kilowatt-Peak lag Penzberg äußerst knapp dahinter. In Pähl hingegen gingen 2017 zwölf neue Anlagen mit 483 Kilowatt-Peak ans Netz. Dort deckt der Strom aus Sonnenenergie mit 115 Prozent mehr als den jährlichen Strombedarf der Gemeinde.

„In den ländlichen Regionen stehen oft mehr Freiflächen zur Verfügung und es gibt auch größere landwirtschaftliche Anlagen, auf denen noch Platz ist“, sagte Zäh. Dennoch habe Geretsried seit dem Jahr 2006 einen kontinuierlichen Zuwachs an PV-Anlagen gehabt. „Was Strom betrifft, sind wir auf einem sehr guten Weg“, fasste Energiemanagerin Foißner zusammen. Wie wichtig erneuerbare Energien sind, betonte Meinl. Angesichts der E-Mobilität werde man mehr Energie brauchen. „Und das macht nur Sinn mit erneuerbarer Energie“, so der Dritte Bürgermeister. 2017 deckten die insgesamt 382 PV-Anlagen etwa 23 Prozent des Geretsriedes Strombedarfs in Privathaushalten. Trotz neuer E-Tankstellen sank der Stromverbrauch um 17 Prozent.

EWO-Vorstandsvorsitzender Kellner warb dafür, die Installation von Solarmodulen in Bebauungsplänen vorzuschreiben, um die Nutzung von Sonnenenergie weiter voranzutreiben. „Der Bau lohnt sich, auch wenn die Einspeisevergütung gesunken ist“, sagte er. Große Anlagen ab 50 Kilowatt-Peak könnten sich schon ab zehn Jahren amortisieren und Rendite abwerfen, kleinere sogar unter zehn Jahren, ergänzte Zäh.

Das Solarkataster, in dem Bürger nachsehen können, ob sich eine PV-Anlage auf ihrem Dach mit wie viel Speicher rentiert, hat der Landkreis von Wolfratshausen und Geretsried übernommen, berichtete Foißner. Darüber hinaus wolle die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen – etwa mit PV-Anlagen an der Karl-Lederer-Schule und am neuen Hallenbad.

sw

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