Umstritten: Gegen die Einführung des 5G-Mobilfunkstands regt sich auch in Geretsried Widerstand.
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Umstritten: Gegen die Einführung des 5G-Mobilfunkstands regt sich auch in Geretsried Widerstand.

Ziel: außerordentliche Bürgerversammlung

Zum Thema 5G: Geretsrieder Initiative sammelt Unterschriften

  • VonPeter Borchers
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500 Unterschriften braucht die Bürgerinitiative 5G Geretsried, um eine außerordentliche Bürgerversammlung fordern zu können. Die Initiative möchte über die neue Technologie aufklären.

Geretsried – Auch in Geretsried regt sich Widerstand gegen die Einführung des neuen Mobilfunk-Standards 5G. Der Ausbau der Infrastruktur mit der 5G-Technologie dürfe nicht „ohne Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und ohne Technikfolgenabschätzung erfolgen“, schreibt Markus Kopanski, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) 5G Geretsried, in einer Pressemitteilung. Die Bevölkerung müsse umfassend über die Folgen dieser Technologie informiert werden, „das Vorsorgeprinzip verlangt eine industrieunabhängige Prüfung dieser neuen Funktechnologie“.

Aus der Presse sei zu entnehmen gewesen, heißt es in dem Schreiben der BI weiter, „dass die Telekom schon mit einem Software-Update ihrer Sender für den neuen 5G-Standard beginnt“. Vorerst handle es sich nur um eine Software-Aufspielung, „das heißt ohne das viel kritisierte Beam-Forming und andere Eigenschaften von 5G, für die auch die Antennen ausgetauscht werden müssen“. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger seien beunruhigt, weil dieser neue Mobilfunkstandard ohne Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und ohne Technikfolgenabschätzung eingeführt werden soll.

Viele europäische Städte und Regionen hätten es abgelehnt, als Modellregionen für 5G zu dienen, weil sie ihre Bevölkerung nicht einem gesundheitlich ungeprüften Großversuch aussetzen wollen. „Und in Deutschland soll dies möglich sein, weil hierzulande die Grenzwerte nur die Wärmewirkung der Strahlung berücksichtigen, nicht aber die vielfach beobachteten biologischen Wirkungen der Strahlung?“ Aus diesem Grund hat die BI eine Unterschriftenaktion vorbereitet. Ihr Ziel ist eine außerordentliche Bürgerversammlung zu diesem Thema. Dazu wären in Geretsried mindestens 500 Unterschriften nötig. „Zweck dieser Bürgerversammlung soll sein, eine ausgewogene Information zum Thema Mobilfunk und 5G zu erhalten, damit mehr Transparenz darüber entsteht und eher eingeschätzt werden kann, was durch diese neue Technologie auf uns alle zukommen kann.“

Die BI möchte in dieser Versammlung eine Resolution beziehungsweise einen Antrag verabschieden, der im Stadtrat behandelt und über den abgestimmt werden soll. Er „enthält konkrete Forderungen, wie sich die Stadt in Verhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern verhalten soll, wenn es um Errichtung neuer Sendemasten und die Einführung von 5G geht“.

Die BI weist darauf hin, „dass bis zur Entscheidung des Stadtrats über die Resolution dieser Bürgerversammlung keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden sollen, um den Willen der Bürgerinnen und Bürger und die Entscheidungshoheit des Stadtrats nicht zu unterlaufen“. Es dürfe nicht sein, „dass Stadtverwaltung und Mobilfunkbetreiber die Corona-Pandemie ausnutzen, um Abmachungen und Verträge zu schließen, ohne dass die Zivilgesellschaft Einfluss darauf nehmen kann. Dies schädigt das Vertrauen der Menschen in eine funktionierende Demokratie auf kommunaler Ebene massiv.“  peb

Info

Wer sich aktiv beim Sammeln von Unterschriften beteiligen möchte, kann unter der Rufnummer 0 81 71/8 12 74 Unterschriftenlisten anfordern.

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