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Anfang der 1950er Jahre: Eine Dampflok quert die Einfahrt vor dem Rathaus, im Hintergrund die Böhmwiese.

Das historische Foto der Woche

Zurück ins Dampflok-Zeitalter

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Geretsried - In einem Vortrag am 13. Juni berichtet Friedrich Schumacher über die Geschichte der Werksbahn. Dazu unser historisches Foto der Woche.

Um Hitlers Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten, entstanden ab 1938 im Wolfratshauser Forst zwei Munitionnsfabriken: die Dynamit Aktiongesellschaft (DAG) im heutigen Gartenberg sowie die Deutsche Sprengchemie (DSC) im Süden von Geretsried. Zum Transport der hoch explosiven Fracht diente eine Werksbahn mit Anschluss an Wolfratshausen.

Über diese Zugverbindung referierte bereits im Oktober Friedrich Schumacher vom Arbeitskreis Historisches Geretsried. Nun folgt der zweite Teil: In einem Vortrag am Montag, 13. Juni, beleuchtet Schumacher die Entwicklung von der ehemaligen Werksbahn bis zum heutigen Industriegleis (1945 – 2015). Nach dem Studium einschlägiger Akten im Stadtarchiv Geretsried sowie weiterer Recherchen in Archiven in München ist der ehemalige Schulrektor in der Lage, die 70-jährige wechselvolle Nachkriegsgeschichte des Gleises aufzuzeigen. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Mensa des Gymnasiums an der Adalbert-Stifter-Straße.

Bis Ende März 1952 wurden auch Personen befördert

Dazu passend unser historisches Foto der Woche: Eine Dampflokomotive der Baureihe 64 mit einer Leistung von 950 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h quert die Einfahrt vor dem Rathaus. Im Hintergrund erkennt man die so genannte Böhmwiese. Das Foto wurde im Herbst 1952 oder im Frühjahr 1953 erstellt, so Schumacher. Bereits Ende März 1952 war der Personenverkehr auf dem ehemaligen Werksgleis endgültig eingestellt worden. Er war wegen des zunehmenden Individualverkehrs unrentabel geworden. Nur der Güterverkehr sollte weiter aufrechterhalten werden.

Probebetrieb der Bahn erweist sich als nicht rentabel

Weil die Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG) das ehemalige Werksgleis an die Bundesbahn verkaufen wollte, war diese bereit, den Güterverkehr für ein halbes Jahr probeweise zu übernehmen, um herauszufinden, ob sich diese Dienstleistung für sie rentiert. „So führte die Bahn den Güterverkehr vom Bahnhof Wolfratshausen nach Geretsried und zurück mit dieser überdimensionierten Lok durch“, erklärt Schumacher. Nach dem halben Jahr stand fest, dass der Betrieb nicht rentabel ist und damit auch ein Kauf der Strecke nicht zur Debatte steht. „So musste die IVG mit eigener, kleinerer Lok und einer Diesellok in Reserve den Güterverkehr weiterführen.“

Sabine Schörner

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