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Als Erfolg wertet die Interessengemeinschaft ihre Demo am Karl-Lederer-Platz. Einer der Redner war Ex-Stadtrat Peter Tobisch.

Gegner und Befürworter beziehen Stellung 

Turmbau spaltet die Bevölkerung

Die geplante Neugestaltung des Geretsrieder Zentrums spaltet die Bevölkerung wie kaum ein anderes Thema zuvor. Am Samstagvormittag luden sowohl die Gegner des Projekts als auch die Stadt zu einer Info-Veranstaltung ein.

Geretsried – Die Interessengemeinschaft (IG) Karl-Lederer-Platz hatte ein Phantomgerüst aus Heißluftballons auf dem Karl-Lederer-Platz installiert. Es zeigte für zwei Stunden die Dimensionen des geplanten, siebenstöckigen Wohn- und Geschäftshauses der Krämmel Familien GbR auf. Der Zahnarzt Dr. Elmar Immertreu hielt eine markige Ansprache, in der er das von Architekt Klaus Kehrbaum geplante Gebäude als „einfallslose Schachtelarchitektur“ bezeichnete. Es sei noch nicht zu spät, den Architekten zu wechseln, meinte Immertreu.

„Kolossaler Fremdkörper“

Der zweite Redner, Ex-FDP-Stadtrat Peter Tobisch, betonte, er sei für die Modernisierung des Zentrums, aber nicht mit einem „kolossalen Fremdkörper“ als neuem Wahrzeichen Geretsrieds. Die Vorgänger von Bürgermeister Michael Müller hätten die Freifläche „in der guten Stube der Stadt“ gepflegt und geachtet – selbst Cornelia Irmer habe sie bei der Umgestaltung vor gut zehn Jahren nicht angetastet.

Umstritten: Der bis zu 27 Meter hohe Turmbau am Karl-Lederer-Platz.

Zahlreiche Bürger trugen sich am Samstag in die von der IG ausgelegten Unterschriftenlisten gegen die Neugestaltung in der vorgesehenen Form ein. IG-Sprecherin Eva Eberhardt zählte am Sonntagnachmittag mehr als 400 Unterschriften. Sie wertete die Veranstaltung als großen Erfolg. Ebenfalls groß war das Interesse der Geretsrieder an der Gegenveranstaltung der Kommune, auch wenn keiner der Verantwortlichen sie so nennen wollte. Im Sitzungssaal des Rathauses wurde erstmals das Stadtmodell mit den neu eingefügten Gebäuden „Puls G“ – so haben die Investoren Reinhold und Korbinian Krämmel ihr Kind getauft – und dem künftigen Wohn- und Geschäftshaus der Baugenossenschaft an der Egerlandstraße präsentiert.

Stadtmodell wird als Mogelpackung kritisiert

Dass die bestehenden Häuser jeweils mit einem Brettchen aufgestockt wurden, um zu verdeutlichen, wohin sich Geretsried in den kommenden 30 Jahren entwickelt haben könnte, irritierte viele Besucher. Eberhardt sprach von einer „Mogelpackung“, die lediglich dazu diene, die Höhe des siebenstöckigen Krämmel-Neubaus zu verharmlosen. Die Stadt wiederum rechtfertigt die Ausmaße des Projekts in einem frisch gedruckten Hochglanz-Faltblatt. Eine Kommune mit 25 000 Einwohnern brauche städtische Strukturen. Diese entstünden durch Höhe und Dichte, heißt es in dem Flyer mit erstmalig veröffentlichten Gebäudeansichten.

Bürgermeister will an Plänen festhalten

Rathauschef Müller, Architekt Kehrbaum, Baugenossenschafts-Geschäftsführer Wolfgang Selig und Investor Reinhold Krämmel standen den Besuchern vor Ort Rede und Antwort – keine angenehme Aufgabe, die Kritiker waren deutlich in der Überzahl. Müller wie Krämmel betonten jedoch, an den aktuellen Plänen festhalten zu wollen. Die Bürger können noch bis Montag, 13. März, ihre Einwände im Rathaus einreichen.

Tanja Lühr

Bilder: Demo und Infoveranstaltung zum Turmbau

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