Improvisationsfreudig: (v. li.) Brigitte Herden, Doris Seitner, Franziska Fahrer und Bettina Fuchs von der Gruppe „Weiberdatschi“ bei ihrer Matinee im Hinterhalt.
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Improvisationsfreudig: (v. li.) Brigitte Herden, Doris Seitner, Franziska Fahrer und Bettina Fuchs von der Gruppe „Weiberdatschi“ bei ihrer Matinee im Hinterhalt.

Konzert im Live-Stream

Von Liebe und anderen Verrücktheiten: „Weiberdatschi“ überzeugt im Hinterhalt

  • vonPeter Herrmann
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Improvisationsfreudig gaben sich die vier Damen der Gruppe „Weiberdatschi“ bei ihrer Matinee im Hinterhalt. Das Konzert wurde aufgezeichnet.

Gelting – Gleich drei Konzerte veranstaltete der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) an diesem Wochenende im Rahmen seiner Livestream-Reihe in der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt. Ein organisatorischer Kraftakt: Schließlich galt es, alle beteiligten Künstler und Techniker vorab auf Corona zu testen sowie die Instrumente zu stimmen. So trafen die vier Musikerinnen von „Weiberdatschi“ schon am frühen Sonntagmorgen gegen 8 Uhr zum Soundcheck für die 11 Uhr-Matinee ein.

Wie gut das Zusammenspiel von Traversflöte, Hackbrett, Viola da Gamba und Harfe dann funktionierte, zeigte sich vor allem bei einer von Andrea Falconieri komponierten „Folia“. Diese musikalische Stilrichtung erlebte im Barock des frühen 17. Jahrhunderts ihre Blütezeit und geriet danach fast in Vergessenheit. „Das ist eigentlich nur eine Akkordfolge, zu der improvisiert und variiert wird“, erklärte Gambistin Doris Seitner. Das aktuelle Weiberdatschi-Programm „Von Liebe und anderen Verrücktheiten“ wird dieser Vorgabe voll gerecht. So ist in der „Folia bavarese“ sogar kurz die Tonfolge des Johnny-Cash-Country-Klassikers „Ring of Fire“ herauszuhören. Flötistin Bettina Fuchs las daraufhin einen skurrilen Liebesbrief des unvergesslichen bayerischen Komikers Karl Valentin vor, dem ein laut gesungener Zwiefacher folgte. Dazu passte die Aufforderung „Leitl müaßt’s lustig sein, denn mit der Traurigkeit kimmt ma net weit“. Bei der abschließenden „Tarantella“ – ein süditalienscher Volkstanz, dessen Name sich von der Stadt Tarent in Apulien ableitet – hallte dann der Klang von klappernden Kastagnetten durch den leeren Raum der Kulturbühne.

Dass an diesem sonnigen Sonntagvormittag über 300 Zuhörer diese abwechslungsreiche und anspruchsvolle Musik auf dem Youtube-Kanal des Hinterhalt anklickten, freute die in verschiedenen Orten rund um München lebenden Musikerinnen besonders. Als Belohnung spendierte Hinterhalt-Betreiberin Assunta Tammelleo den Damen ein herzhaftes Weißwurstfrühstück. Der naheliegende Zwetschgendatschi, der die Namensgebung des Quartetts beeinflusst hatte, dürfte dann vielleicht bei einem Nachmittagsauftritt von Weiberdatschi serviert werden. ph

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