700 Gramm Marihuana im Bunker versteckt - Schüler wegen Drogenhandel verurteilt
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Weil er Marihuana verkaufte, wurde ein Geretsrieder Schüler vom Gericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

„Ich will nichts mehr damit zu tun haben“

700 Gramm Marihuana im Bunker versteckt - Schüler wegen Drogenhandel verurteilt

  • vonRudi Stallein
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Ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung: so lautet das Urteil für einen Geretsrieder Schüler (20). Der junge Mann musste sich wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten.

Geretsried/Wolfratshausen Bereits zweimal war der junge Mann glimpflich davongekommen: Wegen unerlaubten Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmittel hatte ein heute 20-jähriger Geretsrieder im Jahr 2018 Sozialstunden ableisten und am sogenannten FRED-Kurs teilnehmen müssen. Den vom Jugendgericht beabsichtigen erzieherischen Effekt hatte beides nicht. 

Drogenhandel: Schüler zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt

Im Gegenteil: Der Schüler kiffte weiter und verkaufte Marihuana. Deshalb wurde er nun vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Wolfratshausen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt – ausgesetzt zur Bewährung. Um ihm einen Vorgeschmack zu geben, „wo es hingeht, wenn nicht augenblicklich Ruhe ist“, verordnete das Gericht zusätzlich zwei Wochen Dauerarrest.

700 Gramm Marihuana hatte der Angeklagte im Frühjahr 2019 in einem Bunker in einem Waldstück in Geretsried deponiert. Auf das Versteck hatte er die Polizei selbst gestoßen: Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten nicht nur eine geringe Menge Marihuana und MDMA, sondern auf dem Handy des Beschuldigten auch eindeutige Fotos aus dem Bunker. Zudem bewahrte der junge Mann in seinem Zimmer 1400 Euro auf, die er aus Drogenverkäufen angespart hatte.

Angeklagter versteckte Marihuana in einem Bunker

Der Polizei gegenüber hatte der Angeklagte bereits eingeräumt, mit dem Rauschgift gehandelt zu haben. Seit der Wohnungsdurchsuchung sei er jedoch geläutert. „Ich will nichts mehr damit zu tun haben“, beteuerte der Schüler. Zum Beweis seiner Drogenabstinenz legte er dem Gericht mehrere negative Screenings vor. Auch sei er bereit, der Polizei bei weiteren Ermittlungen behilflich zu sein.

Dieses Zugeständnis war entscheidend dafür, dass er am Ende mit einer Bewährungsstrafe davonkam. „Er ist ein junger Mann, der in seiner Naivität davon ausgegangen ist, dass er sich damit was nebenbei verdienen kann“, sagte Andreas Dlugosch. Weil bei dem Angeklagten sogenannte schädliche Neigungen noch zu bejahen seien, empfahl der Jugendgerichtshelfer zur Ahndung umfangreiche Maßnahmen: eine Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wird, zwei Wochen Warnschussarrest sowie 100 Stunden Sozialdienst und ein Drogenkonsumverbot.

Gericht spricht Geretsrieder Schüler schuldig

Das Gericht sprach den Schüler wegen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie des unerlaubten Besitzes schuldig und schloss sich im Strafmaß den Vorschlägen des Jugendgerichtshelfers an. Trotz Weisungen und Auflagen aus früheren Verfahren habe er in großem Stil weiterhin verkauft, und zwar nur, um Geld zu verdienen. „Deshalb sind wir skeptisch, ob auch das Handeln eingestellt ist“, erklärte Jugendrichterin Friederieke Kirschstein-Freund die Bedenken des Schöffengerichts. „Dafür ist der Nachweis von eigener Drogenfreiheit keine Garantie.“  

Mit einer milden Geldstrafe ist kürzlich ein junger Dealer (21) aus Geretsried davon gekommen. Dafür sprachen mehrere Gründe. Weil er mit mehr als 1,2 Promille hinter dem Steuer saß, musste sich hingegen ein Königsdorfer vor Gericht verantworten. Dort zeigte sich der Angeklagte einsichtig.

rst

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