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Bleibt an der Jeschkenstraße: Den Zuschlag für die Halle erhielt für 1,7 Millionen Euro die Walter Verwaltungs GmbH, die an Markenschuh Herrmann beteiligt ist. 

Zwangsversteigerung

Markenschuh Herrmann bleibt erhalten

Seit März 2011 bietet Markenschuh Herrmann an der Jeschkenstraße Schuhe von mehr als hundert namhaften Herstellern zu günstigen Preisen. Doch die Zukunft des Geschäfts stand plötzlich in den Sternen.

Geretsried – Denn seit Herbst vorigen Jahres lief beim Amtsgericht Wolfratshausen für das Objekt samt Grundstück ein Zwangsversteigerungsverfahren. Seit Donnerstag hat die Immobilie einen neuen Besitzer – den Zuschlag erhielt für eine Summe von 1,7 Millionen Euro die Firma Walter Verwaltungs GmbH, die wiederum beteiligt ist an Markenschuh Herrmann.

Zuletzt war das 2004 errichtete Gebäude im Besitz der „K S Euro Ejendomme“ mit Sitz in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Weil der Eigentümer seine Kredite nicht mehr bediente, brachte der Gläubiger, die SEB AG, ein nordeuropäischer Finanzkonzern, ein Versteigerungsverfahren auf den Weg. Am 14. November vergangenen Jahres wurde der Verkehrswert der Immobilie auf 1,3 Millionen Euro festgesetzt.

Die Firma Markenschuh Herrmann war seit September 2010 Untermieter. Zuvor befand sich in dem Gebäude mit rund 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eine Tengelmann-Filiale. Die Versteigerung hätte das Ende des Schuhmarkts bedeuten können. Zum einen endet dessen Untermietvertrag am 31. Oktober 2018. Ein neuer Eigentümer hätte das Mietverhältnis zwar zunächst übernehmen müssen. Mittels eines Sonderkündigungsrechts hätte der Vertrag jedoch außerordentlich gekündigt werden können – und zwar schon zu Ende Juni dieses Jahres. Auch nach ordentlichem Ablauf des Mietvertrags wäre die Existenz des Schuhgeschäfts vermutlich in Frage gestanden. Denn laut Bebauungsplan ist für das Gebiet ein „Einzelhandel mit zentrumsrelevanten Sortimenten untersagt“, worauf Reinhard Hofstetter, zuständiger Rechtspfleger am Amtsgericht Wolfratshausen, vor Abgabe der Gebote hinwies.

Nach zähem Beginn nahm die Versteigerung kurz vor Ablauf der 30-minütigen Bietzeit noch einmal Fahrt auf. Am Ende musste die Walter Verwaltungs GmbH, deren erstes Gebot bei 950.000 Euro lag, 400.000 Euro über Verkehrswert bieten, um für 1,7 Millionen Euro den Zuschlag zu bekommen. Insgesamt gab es fünf Bieter.

„Der Standort ist uns wichtig“, begründete Eberhard Walter, Geschäftsführer von Markenschuh Herrmann, die Hartnäckigkeit. „Wir wollen diesen erfolgreichen Laden unbedingt weiterführen und sind froh, dass die derzeit 16 Arbeitsplätze im Geschäft nun erhalten bleiben und nicht mehr durch ein Sonderkündigungsrecht gefährdet sind.“ 

von Rudi Stallein

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