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Geschafft: Ihre W-Seminar-Arbeiten präsentierten die Abiturienten (stehend v. li.): Elias Vollmer, Nicole Mühlbauer, Sebastian Wohlrab, Alina Wittmann, Anna Mehrkens, (knieend v. li.) Daniel Wanner und Leonard Husmann. 

Vom Lebenszyklus eines Smartphones bis zum Trickfilm

Abiturienten präsentieren ihre W-Seminar-Arbeiten

Es ist zur schönen Tradition geworden, dass die Abiturienten des Gymnasiums jedes Jahr ihre W-Seminar-Arbeiten im Rathaus öffentlich präsentieren. Das Wissenschaftspropädeutische (W)-Seminar muss jeder Schüler in der 11. und 12. Klasse in einem Fach seiner Wahl belegen. Am Ende hat er eine Seminararbeit von zehn bis 15 Seiten Umfang zu erstellen, deren wesentliche Ergebnisse er abschließend in einem Referat vorstellt.

Geretsried – Auch heuer haben sich die Mädchen und Jungen wieder mit interessanten Themen befasst. Sebastian Wohlrab hat die Zusammensetzung, den Lebenszyklus und die Entsorgung von Smartphones unter die Lupe genommen. In Deutschland würden nur 28 Prozent der gekauften Handys fachgerecht entsorgt, hat Wohlrab recherchiert. Vergammle das ausrangierte Gerät in der Schublade, könnten die wertvollen Bestandteile wie Gold, Silber, Palladium, Kupfer oder Kobalt nicht wiederverwertet werden. Das Problem lösen könnten ein Handypfand, nachhaltig produzierte „Fairphones“ und bessere Aufklärungskampagnen.

Mit Fernsehwerbespots hat sich Nicole Mühlbauer beschäftigt. Am Beispiel einer Pralinenwerbung analysiert sie, wie das menschliche Gehirn durch verführerische Bilder stimuliert und manipuliert wird. Doch im Zeitalter des Zappens und der Second-Screen-Nutzung, also dem gleichzeitigen Nutzen von Fernsehen und Internet, müssen die Marketingexperten zu Tricks greifen. Mühlbauer: „Die privaten Sender machen immer kürzere und dafür mehr Werbepausen.“

Der charismatische kanadische Premierminister Justin Trudeau war Gegenstand von Elias Vollmers Seminararbeit. Auf Englisch gab der Schüler einen Einblick in die Biografie und das politische Engagement des 47-jährigen Liberalen. Er ist seit November 2015 Premierminister. Trudeau sei ihm aufgrund seiner liberalen Ansichten, seiner Steuerpolitik zugunsten der Mittelklasse und seinem Auftreten als „family man“ sympathisch, sagte Vollmer. Für ihn repräsentiere er, wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama, eine Generation von neuen Politikern, die auch die Jugend ansprechen würden.

Mit einem witzigen Trickfilm überraschte Leonard Husmann aus dem W-Seminar Kunst das Publikum. Er hat die digitale 3D-animierte Technik der traditionellen, analogen Technik gegenüber gestellt. Unter Verwendung der Software „Blender“ hat er seine Puppenanimation mit dem Titel „unexpected expectations“erstellt.

Alina Wittmann (W-Seminar Erdkunde) zeigte anhand der Entwicklung afrikanischer Masken den allgemeinen Umbruch auf dem Kontinent. Waren die Masken früher in aufwendiger Handarbeit erstellt und hatten sie religiöse und soziale Hintergründe, so werden sie heute als Massenware für Touristen billig produziert. Wittmann fragt sich kritisch, ob althergebrachte Rituale und Erzeugnisse dem Fortschritt auf Dauer standhalten können. Ihr Credo lautet: „Afrika auf Augenhöhe begegnen.“

Ausstellung

Einige Zusammenfassungen der W-Seminar-Arbeiten sind im Foyer des Rathauses in einer Ausstellung zu besichtigen.

Tanja Lühr

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