Robert Wolf rettete eine Senorin, die in einen Bach gefallen war.
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Robert Wolf rettete eine Senorin, die in einen Bach gefallen war.

Sie fiel in einen Gebirgsbach

Geretsrieder rettet Rentnerin das Leben

Geretsried - Während eines Angelausflugs im Salzburger Land wurde Robert Wolf zum Lebensretter. Er zog eine Rollstuhlfahrerin aus einem eiskalten Bach. Mit unserer Zeitung sprach der Geretsrieder.

„Wir haben ein paar Tage am Ötzlsee in Großarl verbracht“, berichtet Robert Wolf, der seit 13 Jahren in Geretsried eine Werksvertretung für Türen und Tore betreibt. Gemeinsam mit seinem zwölfjährigen Sohn wollte er in der Nähe des Weilers Hüttschlag (Bezirk St. Johann im Pongau) angeln. Die beiden entschieden sich für einen rund fünf Meter breiten Gebirgsbach. „Dort ist das Wasser glasklar, aber eben auch nur knapp sieben Grad kalt“, weiß Wolf.

Eine Familie sei an dem angelnden Vater-Sohn-Gespann vorbei spaziert. Ein Mann schob die Großmutter im Rollstuhl. Gleichzeitig zog er an einer Leine ein Kleinkind auf einem Dreirad hinter sich her. Die Ehefrau und zwei weitere Kinder begleiteten sie. „Die betagte Rollstuhlfahrerin winkte freundlich herüber und wünschte uns Petri Heil und viel Glück beim Angeln“, so der Geretsrieder.

Nach kurzer Zeit packten die Wolfs ihre Angelausrüstung zusammen und machten sich auf den Weg ins Tal, als sie eigener Aussage nach verzweifelte Schreie hörten. Sie liefen los und erreichten nur wenige Minuten später die Familie, die eben noch bei ihnen vorbeigekommen war. Die Kinder schrieen, Mutter und Vater standen unter Schock. Auf halber Höhe hing der Rollstuhl der Großmutter in einem Busch, während die Seniorin unten hilflos im eiskalten Bach lag und mit letzter Kraft den Kopf über Wasser halten konnte. Der Rollstuhl muss vom Wegesrand gerutscht und die mehrere Meter tiefe Böschung hinabgestürzt sein, vermutet Wolf.

Kurzentschlossen sprang er in den Bach. „Ich war froh, dass ich noch die Wathosen anhatte.“ Der Geretsrieder hob die Verunglückte hoch, so dass sie nicht untergehen konnte. Ein Radfahrer eilte ihm am Ufer zu Hilfe. Zu dritt hievten sie die Frau aus dem Wasser, schleppten sie die steile Böschung hoch und setzten sie wieder in den Rollstuhl. Das Verdeck eines Kinderwagens diente als Decke.

In ihrem Schock, sagt Wolf, wollte die Familie die nasse und stark unterkühlte Dame im Rollstuhl nach Hause schieben. Doch der Retter schritt ein: „Das wären rund eineinhalb Kilometer zu Fuß bei kühlem Wetter gewesen.“ Er konnte die Familie überreden, den Rettungsdienst zu alarmieren. Sanitäter des Österreichischen Roten Kreuzes versorgten die Verunglückte vor Ort und brachten sie in ein nahegelegene Spital, wo sie geröntgt wurde. „Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert“, sagt Josef Schwaiger vom Roten Kreuz in St. Johann im Pongau.

Robert Wolf und sein Sohn setzten ihren Heimweg vom Angelausflug nach diesem Zwischenfall fort. Rückblickend würde der couragierte Geretsrieder wieder so handeln: „Es war doch ganz selbstverständlich, hier zu helfen.“ (wt)

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