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Verfahren eingestellt

Geretsrieder (20) beendet Schlägerei mit Schüssen

Als sein Freund von drei Burschen verprügelt wird, weiß sich ein Schüler (20) nicht anders zu helfen, als mit einer Schreckschusspistole herumzuballern. Nun musste sich der Geretsrieder wegen unerlaubten Besitzes und Führens einer Schusswaffe vor Gericht verantworten.

Geretsried – Dem Angeklagten ging der ganze Vorfall, der sich am 26. Juni vorigen Jahres gegen halb drei in der Nacht ereignet hatte, noch sichtlich nah. „Mein Freund hätte tot sein können“, betonte er und wischte sich eine Träne aus dem Auge, während er die Situation von damals noch mal Revue passieren ließ. Sein Kumpel hatte sich offenbar nach dem Verlassen des Tanzlokals in der Sudetenstraße mit einigen Beleidigungen den Zorn von drei anderen männlichen Gästen zugezogen. „Sie traten und schlugen auf ihn ein. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Deshalb habe ich die Pistole aus dem Auto geholt und drei Mal in die Luft geschossen“, erzählte der Beschuldigte.

Schreckschusspistole zeigt Wirkung

Die Aktion zeigte tatsächlich Wirkung, wenigstens kurz. Die drei Männer ließen vom Freund des 20-Jährigen ab. Stattdessen wendeten sie sich nun dem Angeklagten zu. Bald darauf kam die Polizei. Die Waffe Typ Magnum 9 Millimeter habe er für Silvester im Jahr zuvor im Internet gekauft. „Auf dem eigenen Grundstück darf ich sie ja benutzen“, so der Angeklagte. Irgendwann habe er sie ins Handschuhfach seines Autos gelegt, um sie zu entsorgen. Das hatte er in der Folgezeit jedoch vergessen.

32 Stunden Sozialdienst

Inzwischen habe er wohl eingesehen, dass „so eine Rumfuchtelei“ nicht ungefährlich sei, weil die Polizei es womöglich falsch verstehen könnte, vermutete Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch. „Ich habe klar gemacht, dass er künftig besser davon absehen soll, sich wie Charles Bronson oder Clint Eastwood aufzuführen.“ Um solche Situationen zu lösen, gebe es die Polizei. „Wenn jemand mit so einer Waffe auf mich zukommt, krieg’ ich Angst“, sagte die Staatsanwältin. „Mit erheblichen Bedenken“, schloss die Anklagevertreterin sich schließlich dem Vorschlag der Jugendgerichtshilfe an: Wenn der Heranwachsende 32 Stunden Sozialdienst absolviert, wird das Verfahren eingestellt. 

Von Rudi Stallein

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