EU beschließt Verbot von Einweg-Plastik

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Torsten Sjöberg Der Chef des Burgvereins erläuterte die Pläne zu einem Rundweg und virtuellen Rekonstruktion.

Geschichte erlebbar machen

Wolfratshausen - Der Burgverein erläuterte sein Konzept mit Rundweg und Computervisualisierung. Ein Wiederaufbau der Burg ist noch nicht in Planung.

Für den Burgverein Wolfratshausen unter dem Vorsitz von Torsten Sjöberg steht ein Wiederaufbau des zerstörten Burg-Bauwerks nicht an erster Stelle. Stattdessen will man Geschichte erlebbar machen: mit einem Rundweg und einer virtuellen Rekonstruktion.

Mit einem kurzen Abriss zur Geschichte der Burg startete Sjöberg im Wirtshaus Flößerei in die Infoveranstaltung, zu der er im Namen des Burgvereins eingeladen hatte. Rund 40 Interessierte waren gekommen, um sich das Konzept eines neuen Großprojektes erklären zu lassen. So planen die derzeit 44 Mitglieder des Vereins, die Wolfratshauser Burggeschichte mit Hilfe eines Rundwegs aufleben zu lassen. Als idealen Hauptzugang empfahl Sjöberg den Einstieg am Untermarkt, vorbei am Birnmühlplatz die Treppen hinauf. Alternativ könne man über die Hämerlbrücke von Dorfen aus zum Rundweg gelangen oder über den Walderlebnispfad. Ein Großteil der Strecke soll über bestehende Wege der Stadt führen. Einige Teilstrecken sind allerdings derzeit kaum begehbar und müssten hergerichtet werden.

Bei der ersten Vorburg hinauf zum Wall sollen eine Brücke und Treppe helfen, den Graben zu überwinden. Da das Burgareal ein Bodendenkmal ist, dürfen hier keine Eingriffe in die Erde stattfinden, so dass mit „Aufsatzkonstruktionen“ gearbeitet werden müsste. Auf eine solche muss man auch im Anschluss an die Brücke zurückgreifen, wo auf dem dortigen Wall eine rund 20 Meter lange Palisade entstehen soll. Zudem sind drei Schautafeln geplant. Sie sollen über die Geschichte der Wallanlage im ersten Jahrtausend informieren sowie über die Geschichte der Weidachmühle im Zusammenhang mit der Burg. Zum Konzept des Rundweges gehört ebenfalls ein kleiner Turm. Der Weg wird er am ehemaligen Biergarten des Haderbräukellers vorbeiführen. Dort sind Reste einer Stützmauer aus Tuffstein, Teil der einstigen Burganlage, zu sehen.

Am Eingang zur zweiten Hauptburg hofft Sjöberg, den mit Smartphone ausgestatteten Besuchern über einen QR-Code einen virtuellen Rundgang durch die Anlage anbieten zu können, inklusive Innenbegehung und virtueller Aussicht mit Rundumblick vom Turm. „Dieser Rundgang soll in mehreren Sprachen abrufbar sein und wird auf einer Rekonstruktion durch das Büro für Burgenforschung von Dr. Joachim Zeune basieren“, sagte Sjöberg. Die Kosten allein dafür werden ihm zufolge voraussichtlich im fünfstelligen Bereich liegen.

Ob der Burgverein daran arbeite, die Quellenlage zur historischen Erforschung der Anlage darzustellen und auszuwerten, wollte Reinhard Hoppe wissen. Der Instrumentenbauer aus Dorfen weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig die historische Forschung ist. „Ich möchte mehr Quellenbasis als Fantasie“, betonte er. Auch Dr. Ulrike Krischke von der Bürgervereinigung Wolfratshausen wollte wissen: Findet Forschung statt? Auf welche Artefakte stützen Sie sich? Gibt es Urkunden und andere Quellen, aus denen sich etwas zum Leben auf der Burg ablesen lässt? Sjöberg verwies in diesem Zusammenhang auf Dr. Zeune und sein Büro für Burgenforschung, der diese Arbeit zu übernehmen hätte, bevor er die Anlage in einer Computervisualisierung auferstehen lassen könnte.

Nachdem das vorläufige Konzept des Großprojekts steht, ermitteln die Vereinsmitglieder derzeit, wie viel Geld für die Umsetzung benötigt wird und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Dass vor 2015 der erste Spatenstich getan werden kann, erwartet Sjöberg nicht.

von Nina Daebel

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