Gesetz schützt Nichtraucher vor blauem Dunst

- Wird Verbot auch umgesetzt ?

VON KERSTIN FRANKE Bad Tölz Wolfratshausen - "Rauchen gefährdet Leben". Seit dem 1. Oktober 2003 ist das auf jeder Zigarettenpackung nachzulesen. Die Warnhinweise machen dabei nicht nur auf die Gefährdung der eigenen Gesundheit aufmerksam: "Rauchen fügt den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu", heißt es auch. Schon im Oktober 2002 wurde der Nichtraucherschutz deswegen im Gesetz verankert (siehe Kasten). Unsere Zeitung fragte nach, wie Behörden und Firmen die Vorschriften in die Tat umsetzen.

Im Tölzer Landratsamt und seinen Außenstellen gilt nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn: "Nur noch die Köpfe der Bediensteten rauchen." Dies sei die Folge einer Vereinbarung zur Einführung eines Rauchverbotes, die zwischen Landrat Manfred Nagler und dem Personalrat geschlossen wurde. Laut Mitteilung wurden für rauchende Mitarbeiter, spezielle Zonen eingerichtet. Um dort hinzugelangen, müssen sich die Raucher am Zeiterfassungsterminal aber aus- und wieder einbuchen. "Die Zeit des Rauchens ist Freizeit und damit grundsätzlich nicht als Arbeitszeit anzurechnen", heißt es.

Im Geretsrieder Rathaus gibt es hingegen kein Rauchverbot, teilt Werner Frank von der Hauptverwaltung mit. Die Kollegen klärten untereinander, wer sich wann und wo eine Zigarette anstecken darf. Ähnlich ist es laut Pressesprecher Willi Streicher in den Landkreis-Filialen der Sparkasse. Nur im neuen Sparkassencenter in Bad Tölz "gibt es ein Rauchverbot und einen ausgewiesenen Raucherplatz". In den übrigen Fillialen würden sich die Angestellten absprechen.

Flexible Regelungen bei Burgmann

Ebenso eigenständig einigen sich die Mitarbeiter der Firma Burgmann. "Im Normalfall verzichten die Raucher darauf, sich im Büro eine Zigarette anzuzünden, wenn auch nur ein Kollege Nichtraucher ist", sagt Pressesprecher Johann Pauker. Ansonsten stünden Raucherzonen zur Verfügung.

Ein generelles Rauchverbot gibt es bei der Barmer-Ersatzkrankenkasse in Wolfratshausen. "Wir sind eine öffentliche Einrichtung, noch dazu eine Krankenkasse", nennt Bezirksgeschäftsführer Christian Wingarde den Grund. Das Verbot gelte auch für Kunden.

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