Gesetzgeber bleibt Dränglern auf den Fersen

- Bad Tölz-Wolfratshausen/Weilheim – Mehr Verkehrssicherheit und höhere Strafen für besonders dreiste Rowdys – dies sind die Leitlinien für einige Änderungen in der Straßenverkehrsordnung. Die Neuerungen stellten Georg Off und Mathias Wank von der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Weilheim gestern in einem Pressegespräch vor. Die neuen Gesetze traten entweder zu Jahresbeginn in Kraft oder werden ab 1. Mai gültig. Darauf sollten Verkehrsteilnehmer in Zukunft achten:

Von Hans Moritz <P>K Winterausrüstung <P>Ab 1. Mai besteht nach den Worten Offs eine Winterreifenpflicht. &#8222;Dies trifft aber nur zu, wenn die tatsächlich vorherrschenden Witterungsverhältnisse Winterreifen verlangen&#8220;, ergänzt der Leiter der VPI, die für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau zuständig ist. &#8222;Auch wird es dann Pflicht sein, Frostschutzmittel im Scheibenwasser zu haben&#8220;, ergänzt Wank. Beide bitten, beim Kauf der Winterreifen darauf zu achten, dass diese einen entsprechenden Vermerk aufweisen. &#8222;Sonst kann es bei der Kontrolle Probleme geben&#8220;, erklärt Off. Verstöße würden mit 20 beziehungsweise 40 Euro geahndet. <P>K Maut-Ausweichverkehr <P>Seit Einführung der Lkw-Maut vor 13 Monaten kommt es immer wieder vor, dass Trucker kostenlose Ausweichrouten nehmen. &#8222;Dem kann man ab sofort mittels einer neuen Beschilderung Einhalt gebieten&#8220;, so Off. Speziell beschilderte Strecken dürften folglich nur noch vom Anlieger-Lkw-Verkehr genutzt werden. <P>K Personenbeförderung <P>Wohin mit dem sechsten Mitfahrer? Gerade die Besitzer von Kombis setzen zusätzliche Fahrgäste gerne in den Laderaum. &#8222;Das ist nun verboten, weil es dort keine Sicherungssysteme gibt&#8220;, erläutert Off. Gleiches gelte für Transporter und freie Ladeflächen. Eine Ausnahme stelle nur die Altpapiersammlung dar, wo sich bei der unmittelbaren Abholung Personen auf der Ladefläche aufhalten dürfen. <P>K Gurtpflicht <P>Der Gesetzgeber hat die Gurtpflicht zum Teil gelockert. Wer wie ein Schornsteinfeger oder Ableser von Zählgeräten alle paar Meter anhalten und aussteigen muss, braucht sich nach den Worten des VPI-Chefs in dieser Phase nicht permanent an- und abzuschnallen. Gleiches gelte für Postboten. Taxler seien nur bei der Personenbeförderung befreit. <P>K Helmpflicht <P>Die Fahrer von Trikes, Quads und offenen Baumaschinen müssen einen Schutzhelm tragen. Es sei denn, das Gefährt verfügt über Sicherheitsgurte. <P>K Ladungssicherung <P>Ladung, egal wie klein sie ist, muss künftig so gesichert sein, dass auch bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver nichts rutschen, umfallen, hin- und herrollen sowie &#8211; und das ist neu &#8211; übermäßigen Lärm verursacht. <P>K Drängler <P>Besonders drastisch geht der Gesetzgeber ab diesem Jahr gegen Drängler vor. &#8222;Die Strafen wurden erheblich verschärft&#8220;, sagt Wank und weist darauf hin, dass die Beamten der VPI heuer verstärkt Dränglern auf den Fersen bleiben werden. &#8222;Das gilt vor allem für die Autobahn&#8220;, so Wank. In der Regel, so Off, gelte der &#8222;halbe Tacho&#8220; als Mindestabstand. Wer beispielsweise 150 Kilometer pro Stunde fährt, und weniger als 23 Meter Abstand hält, zahlt ab 1. Mai 150 Euro und bekommt einen Monat Fahrverbot. Wer dichter als 15 Meter auffährt, sei mit 200 Euro und zwei Monaten Fahrverbot dabei. Und wer gerade einmal 7,5 Meter hinter einem Fahrzeug drängelt, müsse sich auf 250 Euro und drei Monate ohne Führerschein einstellen. Wie viele Punkte es in Flensburg für diese Vergehen gibt, sei noch nicht entschieden. <P>&#8222;Unabhängig davon&#8220;, bittet Wank, &#8222;kann ich jedem raten, den Mindestabstand einzuhalten. Sonst besteht für alle Beteiligten Lebensgefahr.&#8220; <P>

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