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Hanni Münzer: Autorin von "Honigtot"

Optimist und Workaholic

Im Gespräch mit Bestseller-Autorin Hanni Münzer

Sie ist eine der meistgelesenen Independent-Autorinnen Deutschlands. Ihre Werke verlegt Hanni Münzer selbst und vermarktet sie sowohl als Taschenbuch wie auch als E-Books. Am morgigen Donnerstag liest die Bestseller-Autorin (50) aus ihrem Buch „Honigtot“ in der Wolfratshauser Buchhandlung Rupprecht. Unsere Kulturredakteurin Roswitha Diemer sprach mit ihr.

Frau Münzer, Ihr erster Roman „Die Seelenfischer“ war Platz eins der Kindle-Amazon-Verkaufs-Charts. Wie kam es dazu?

Das war ein reines Experiment. Ich habe keine Vermarktung betrieben, aber Bekannte haben mir von dieser Möglichkeit erzählt und ich habe es einfach ausprobiert. Auch mein zweites Buch „Hexenkreuz“ landete dadurch sofort auf Platz zwei der Amazon-Bestsellerliste hinter „Die Seelenfischer“. Anfang 2014 habe ich dann „Honigtot“ bei Amazon veröffentlicht. Es wurde zum meist verkauften E-Book mit über 280 000 Lesern. Danach wurden die Verlage auf mich aufmerksam. Jetzt ist „Honigtot“ bei meinem Wunschverlag Piper verlegt worden und bereits als Taschenbuch erschienen.

Seit wann schreiben Sie Bücher und Romane?

Richtig angefangen habe ich 1999 mit einem Kinderbuch für meine Neffen. Da war ich Mitte 30. 

Ihr beruflicher Werdegang liest sich interessant, hat aber mit dem Bücherschreiben auf den ersten Blick nicht viel zu tun.

Das stimmt. Ich war bei Siemens-Nixdorf, dann hatte ich einen kleinen Antiquitätenhandel und danach war ich zwölf Jahre bei der Sixt AG als Vorstandsassistentin. Aber ich habe schon immer Gedichte geschrieben.

Woher kommt Ihr Talent fürs Schreiben?

Wahrscheinlich von meinem Vater und von meiner Großmutter, die in den 1920er Jahren Heimatromane geschrieben hat. Aber Talent ist nur eine Voraussetzung, das Können muss man sich hart erarbeiten.

Wer liest Ihre Bücher?

Meine Leserschaft ist tatsächlich weniger die Facebook-Generation, sondern eher ab Mitte 20 zu finden.

Worüber schreiben Sie?

Das Buch „Die Seelenfischer“ ist ein Vatikanthriller, ein bisschen Dan-Brown-mäßig. Es lebt unter anderem von der Spannung zwischen dem katholischen Priester Lukas und der jüdischen Journalistin Rabea Rosenthal, die einmal ein Liebespaar waren und gemeinsam auf der Jagd nach einem verschollenen Evangelium sind. Ich habe mich schon immer für Religion und Geschichte interessiert. Außerdem bin ich ein großer Italienfan. Als ich 21 war, bin ich für vier Jahre nach Rom gegangen.

Wovon handelt Ihr Buch „Honigtot“?

Es ist ein historischer Roman, der während der Nazizeit spielt. Damit wollte ich unter anderem aufzeigen, was dieser unsägliche Krieg mit den Seelen der Menschen gemacht hat. Erzählt wird aus der Perspektive der Opernsängerin Elisabeth Malpran und deren Tochter Deborah. Die Botschaft lautet: Liebe überdauert alle Zeiten. Und es ist ein Plädoyer für den Frieden.

Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?

Eine Bekannte meiner Tante in Seattle war die Verlobte von Egon Hanfstängl. Dessen Vater Ernst „Putzi“ Hanfstängl war eng mit Adolf Hitler befreundet. Durch sie habe ich seinen Sohn Egon Hanfstängl kennen gelernt. Ich habe mich mit ihm Ende der 1990er Jahre in seiner Villa in Bogenhausen getroffen, dort wo Hitler 1924 Weihnachten feierte, vier Tage nach seiner Haftentlassung aus der Festung Landsberg.

Schreiben Sie gerade an einem neuen Buch?

Ja, es ist gerade online gegangen. Es heißt „Das Mädchen hinter der Maske“ und ist eine Venedig-Lovestory. Also im Gegensatz zu „Honigtot“ leichtere Kost. Damit will ich jüngere Leser begeistern und sie vielleicht auf „Honigtot“ aufmerksam machen.

Sie schreiben ein Buch nach dem anderen. Das hört sich nach großer Produktivität an.

Mein Mann nennt mich einen Workaholic (lacht). Oft stehe ich mitten in der Nacht auf, um eine Idee aufzuschreiben. Nach dem Frühsport-Programm setze ich mich eigentlich täglich an den PC und schreibe.

Ihr nächster Roman ist also schon in Planung?

Ja, es wird die Fortsetzung von „Honigtot“. Mehr verrate ich aber noch nicht.

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