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Nächtlicher Einsatz: Über 50 Feuerwehrler, Polizisten sowie Mitarbeiter vom THW und der DLRG sicherten den Radlader auf einer Kiesbank.

Gestohlener Radlader

Halsbrecherische Irrfahrt durch die Isar

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Geretsried – Zwei Maskierte haben in Geretsried einen Radlader gestohlen und eine halsbrecherische Irrfahrt durch die Isar unternommen. Erst als ihnen der Sprit ausging, ließen sie den 12,5-Tonner stehen.

„Gespenstisch“ nannte es Emanuel Luferseder, Vize-Chef der Geretsrieder Polizei. Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak sprach vom „skurrilsten Einsatz des Jahres“. Aber der Reihe nach: Am Sonntag gegen 16.15 Uhr meldeten sich mehrere Anwohner bei der Polizei in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Sie hatten alle das Gleiche gesehen: einen angeblich gestohlenen Radlader, der durch das sogenannte Blumenviertel fuhr.

Tatsächlich, so der aktuelle Ermittlungsstand, hatten zwei bislang unbekannte Täter den 12,5-Tonner eines Bauunternehmens aus dem Kreis Weilheim-Schongau von einer Baustelle entwendet. Wie genau die beiden das Gefährt vom Typ Hanomag zum Laufen gebracht haben, ist noch unklar. Fest steht: Da die beiden Männer übereinstimmenden Zeugenaussagen zufolge maskiert waren, schließt die Polizei eine Zufallstat aus. „Die Täter wussten, was sie tun“, sagte Luferseder. „Die Strecke, die sie gefahren sind, muss man vorher auskundschaften.“

Wieder an Land: Im Laufe des Montags konnte das gestohlene Fahrzeug zum Hochufer gezogen werden.

Die Männer walzten den Baustellenzaun nieder, bahnten sich ihren Weg weiter Richtung Isardamm und lenkten den Radlader auf den Isarradweg Richtung Wolfratshausen. Nach mehreren 100 Metern auf dem unbefestigten Weg steuerten sie das Fahrzeug über die Hochwasserfurt des Schwaigwallers Bachs vom Hochufer in das etwa vier Meter tiefer gelegene Flussbett auf eine Kiesbank. Von dort ging es in umgekehrter Richtung weiter in die Isar. Etwa zwei Kilometer legte der Radlader flussaufwärts zurück. Zeitweise ragten nur noch die Frontlichter aus dem Wasser, der Rest des Fahrzeugs war unter der Bugwelle verschwunden. Die Fahrt endete, als den Tätern der Sprit ausging: Sie lenkten den Hanomag in Richtung einer Kiesbank und ließen ihn dort zurück.

Die Bergung gestaltete sich schwierig, auch weil der Radlader hinten links einen Platten hatte und weil die Stelle, an der er im Wasser lag, nur über Trampelpfade zu erreichen war. Nach drei Stunden Arbeit und großzügigem Nachfüllen von Diesel-Kraftstoff gelang es den Einsatzkräften noch am Abend, den Radlader sicher auf der Kiesbank abzustellen. „So konnte ein Umweltschaden durch auslaufende Betriebsmittel verhindert werden“, erläuterte Sydoriak.

Gestern Morgen schließlich fuhr ein Mitarbeiter der Baufirma das Gefährt zum Hochufer, wo es mit Hilfe eines Schaufelbaggers gegen 12.30 Uhr „an Land“ gezogen wurde. Dabei ging eine Holztreppe zu Bruch, ein paar Büsche und Sträucher wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Das ist aber nichts im Vergleich zu dem, was bei dieser halsbrecherischen Fahrt alles hätten passieren können“, bilanzierte Vize-Polizeichef Luferseder. Er bittet Zeugen, sich unter der Nummer 08171/9 35 10 bei der Geretsrieder Inspektion zu melden. Auf die Täter kommt einiges zu: Ermittlungen wegen schweren Diebstahls, Sachbeschädigung und eines Umweltdelikts. Außerdem werden sie den Großeinsatz, an dem mehr als 50 Mann von Polizei, Feuerwehr, THW und DLRG beteiligt waren, bezahlen müssen. Die Kosten dürften deutlich über der 10 000 Euro-Marke liegen. Allein der Sachschaden am Radlader beträgt rund 4000 Euro.

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