+
Die Anwohner wünschen sich ein schützendes Bauwerk am ungesicherten Gleiszugang am Wolfratshauser Mühlpointweg.

Gezerre um den Zaun 

Wird die Gleisstelle am Mühlpointweg bald gesichert? 

  • schließen
  • Carl-Christian Eick
    Carl-Christian Eick
    schließen

Mit dem hochroten Kopf von Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt endete die jüngste Stadtratssitzung. Der Anlass: Unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben und Anfragen“ teilte Bürgermeister Klaus Heilinglechner mit, was sich in Sachen ungesicherte Gleisstelle im Bereich des Mühlpointwegs zwischen Bauausschusssitzung und Stadtrat getan hat.

Wolfratshausen – Wie im Bauausschuss vereinbart, hat die Verwaltung die Gemeinde Schäftlarn kontaktiert. Aufgabe war es, die Kosten für den Zaun zu eruieren, den die Kommune entlang der S7-Trasse gebaut hat. An diesem Punkt begann sich Schmidts Gesichtsfarbe bedrohlich zu verändern. Denn statt konkrete Zahlen auf den Tisch zu legen, wurde den Räten nur mitgeteilt, dass neben den Baukosten Kosten für Sicherungsfachkräfte, Sicherungsposten sowie die Erdung samt Sicherung anfallen. Außerdem müssten vor Baubeginn die Zustimmung der zuständigen Stelle bei der DB Netz AG eingeholt und ein „qualifizierter Plan“ erstellt werden.

Vorbild Schäftlarn

Schmidt war das zu wenig. „Was hat der Zaun in Schäftlarn gekostet?“ hakte er nach. Bauamtsleiter Dieter Lejko zögerte, er suchte den Augenkontakt zu Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Schmidt ließ nicht locker: „Herr Lejko, Sie wissen das doch. Dann sagen Sie es bitte.“ Lejko blieb jedoch vage: „Das soll die Gemeinde Schäftlarn öffentlich machen“, entgegnete er. Der-Grünen-Rat, jetzt mit hochrotem Kopf, reagierte sichtlich ungehalten: „Ach, Herr Lejko, jetzt sagen Sie es doch einfach.“ Der Bauamtschef ließ sich schließlich erweichen und rückte die Zahlen raus: „Etwa 15 000 bis 20 000 Euro.“ Schmidt nahm’s mit einem „Dankeschön“ zur Kenntnis.

Bahn weigert sich, auf ihrem Gelände einen schützenden Zaun zu errichten

Die Information ist den Räten deshalb so wichtig, weil die Bahn sich weigert, auf ihrem Gelände entlang der Trasse am Mühlpointweg einen schützenden Zaun zu errichten. Diesen fordert CSU-Stadtrat Peter Plößl schon seit Monaten, sogar Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat er in dieser Sache eingeschaltet. Die Bahn würde es den Wolfratshausern jedoch gestatten, diesen Zaun auf eigene Kosten zu bauen. Weil dieser zur Ableitung eventueller Überspannungen der Hochspannungsleitung geerdet sein muss, wird das Unterfangen allerdings nicht gerade billig. Lange Zeit war von 40- bis 50 000 Euro die Rede – bis ein Bürger die Politiker darauf hinwies, dass die Schäftlarner ihren Zaun für deutlich weniger Geld gebaut haben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tüchtig und lebenslustig bis zum Schluss
Ein Leben voller Höhen und Tiefen ist zu Ende gegangen. Im gesegneten Alter von 94 Jahren starb am 10. Januar Jaromir Frühwirt.
Tüchtig und lebenslustig bis zum Schluss
Arm, aber herzlich
Lisa Napiletzki aus Dietramszell arbeitete 16 Monate in Bolivien und verliebte sich in das Land und seine Menschen.
Arm, aber herzlich
Katz-und-Maus-Spiel
Ein 65-jähriger Autofahrer aus München entzieht sich auf dem Autobahnzubringer einer Polizeikontrolle. Und liefert an deren Ende in Fürstenried eine verblüffende …
Katz-und-Maus-Spiel
Die Verzahnungsrunde als Lernprozess
Die Geretsrieder River Rats starten mit einem Heimspiel gegen den TSV Peißenberg.  Coach Ludwig Andrä fordert von seiner Mannschaft absolute Laufbereitschaft und ein …
Die Verzahnungsrunde als Lernprozess

Kommentare