„Es ging zu wie auf dem Stachus“

Bad Tölz-Wolfratshausen/Starnberg - Bei schönem Wetter wird es eng auf dem Starnberger See. Die Seenschifffahrt beklagt, dass sich Schwimmer und Boote zu nah an den Dampferstegen bewegen und damit den Schiffsbetrieb gefährden.

Sie erhofft sich mehr Unterstützung von der Polizei. Diese ist jedoch vor allem mit der Sicherung der Rettungswege rund um den See beschäftigt. An jedem Dampfersteg ist deutlich zu lesen: Baden verboten. Und ein Abstand von 100 Meter ist auch für Boote einzuhalten. Nur: Daran hält sich kaum jemand.

„Die Kids springen in die Wellen, die der Dampfer verursacht“, sagt Alexander Reil von der Gemeindeverwaltung Berg, die einen Warnhinweis auf ihrer Homepage veröffentlicht hat. „Diese großen Schiffe haben hohe PS-Leistungen. Das Schiff ist zwar schon weg, aber es gibt unter Wasser immer noch Strudel, die gefährlich werden können.“ Am Wochenende sei es besonders schwierig gewesen: Das schöne Wetter sorgte dafür, „dass es auf dem See zuging wie auf dem Stachus“. Nicht nur die Schwimmer, auch Segel- und Motorboote würden sich oft zu nah an den Stegen bewegen. „Das geht gar nicht“, sagt der Betriebsleiter der Seenschifffahrt, Ralph Schlemmert. Die Konsequenz sei, „dass wir notfalls manche Stege gar nicht anfahren können“. Jeder Bootsführer müsse dies selbst vor Ort entscheiden. Die Probleme gebe es an jedem Steg. „Nur nicht in Tutzing und Starnberg, wo wir Stegwarte haben.“ So schwierig wie auf dem Starnberger See sei die Situation auf keinem Gewässer in Deutschland. Und die Seenschifffahrt habe keine Möglichkeit, sich zu wehren. „Das ist Sache der Polizei“, sagt der Betriebsleiter. Die ist jedoch an so heißen Wochenenden wie etwa dem vergangenen völlig damit ausgelastet, die Rettungswege zu sichern.

(von Michael Stürzer und Sandra Sedlmaier)

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