Der Weg zum Gipfel scheint versperrt

Königsdorf/Kathmandu - Die Sherpas streiken nach dem Lawinenunglück am Karfreitag. Das gefährdet die Expedition von Fank Irnich akut.

Die nepalesischen Sherpas werden in der gerade beginnenden Saison wohl keine Expeditionen auf den Mount Everest begleiten. Damit reagierten die einheimischen Bergführer auf das Lawinenunglück am Karfreitag, bei dem 16 ihrer Kameraden starben (wir berichteten). Man habe beschlossen, „zu Ehren unserer gestorbenen Brüder unsere Bergtouren einzustellen“, sagte der Bergführer Tulsi Gurung am Dienstag der französischen Nachrichtenagentur AFP im Basislager.

Alle Sherpas stünden hinter dieser Entscheidung, ergänzte Gurung. Laut Ankündigung wollten die meisten Sherpas gestern das Basislager verlassen.

Inwieweit der Streik der Sherpas die Everest- und Lhotse-Expedition von Arnold Coster betrifft, zu der auch der Königsdorfer Frank Irnich gehört, war gestern unklar. Der Niederländer äußerte sich nicht in seinem Internet-Blog. Ob Coster die Expedition streichen muss, hängt auch vom weiteren Verlauf der politischen Diskussion im Land ab.

Nepals Bergsteiger-Vereinigung in Kathmandu wolle versuchen, mit den Sherpas am Everest und der Regierung zu verhandeln, sagte Generalsekretär Sherpa Pasang. Es geht unter anderem um höhere Versicherungssummen. So viel ist nämlich auch klar: Ein totaler Boykott würde den Alpinismus im Himalaya enorm schwächen. Mit den Touren an den 8000ern bestreiten viele Nepali den Lebensunterhalt ihrer Familien. Und auch der Staat kassiert bei den Genehmigungen mit. (peb)

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