Tourismus-Projekt

Gisela Gleißl: „Konkrete Chance für Surfwelle“

Wolfratshausen – Es ist so, wie es sich für eine ordentliche Welle gehört: Die Wogen schlagen hoch, zwischendurch werden sie geglättet. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Aktueller Stand in Sachen Wolfratshauser Surfwelle: Es schaut gut aus, dass es mit der Attraktion klappen könnte. So gut wie nie zuvor.

„Hurra, es geht weiter. Und wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben.“ Diese zwei Sätze, garniert mit jeder Menge Ausrufezeichen, stammen von Steffi Kastner. Die Waldramerin hat zusammen mit ihrem Ehemann Marcus Kastner das Projekt Surfwelle initiiert. Anlass für den Freudentaumel auf der Online-Plattform Facebook ist eine aktuelle Pressemitteilung von Gisela Gleißl. Die städtische Tourismusmanagerin äußert sich darin vorsichtig optimistisch, dass die Surfer tatsächlich irgendwann ihr Revier unterhalb der Weidachmühle bekommen. „Wir haben eine konkrete Chance, die Welle zu verwirklichen“, sagte Gleißl auf Nachfrage unserer Zeitung. Die bisherigen Untersuchungen hätten gezeigt, dass der geplante Standort bei der Überführung der Weidacher Hauptstraße „nahezu idealtypisch“ für eine stehende Flusswelle sei. Das große Interesse in der Bevölkerung und die Mitgliederzahlen der Facebook-Gruppe „Surfwelle“, die sich im oberen dreistelligen Bereich bewegen, würden zeigen, dass man auf dem richtigen Weg sei.

Gisela Gleißl: Die Tourismusbeauftragte der Stadt ist in puncto Surfwelle vorsichtig optimistisch.

Herauskristallisiert hat sich der Optimismus vergangene Woche bei einem Gespräch im Wolfratshauser Rathaus. Am Tisch saßen neben Gleißl und Bürgermeister Klaus Heilinglechner ein Vertreter des Kraftwerkbetreibers, der E-Werk Weidachmühle Franz Einsiedel GbR, sowie Markus Aufleger, „Wellen-Papst“ und Professor an der Universität Innsbruck. Ein „intensives Gespräch“ sei es gewesen, sagte Gleißl, in dessen Verlauf an einem Lösungsvorschlag gearbeitet wurde, der die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut bringt.

Natürlich gibt es noch viel zu tun. Als nächstes wird die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie um zusätzliche hydraulische Untersuchungen erweitert. Diese würden vor allem unter Wasser durchgeführt. „Diese Ergebnisse können in die Planungen der Kraftwerksbetreiber zum Ausbau der Energiegewinnung aus Wasserkraft einfließen und den Grundstein für eine ineinandergreifende Projektplanung legen“, ergänzt Gleißl. Sobald die Machbarkeitsstudie fertig ist, werde diese auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die detaillierten Untersuchungen sind nötig, weil für eine stehende Welle ein baulicher Eingriff unter Wasser nötig ist. Konkret müssten bei der bestehenden natürlichen Welle Steinbrocken im Flussbett entfernt und der Untergrund befestigt werden. Zudem braucht es eine Ein- und Ausstiegshilfe, und es muss eine Mindestmenge Wasser über die künstliche Rampe rauschen. Das Staatliche Wasserwirtschaftsamt in Weilheim hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, dem Projekt zustimmen zu können.

Vom Tisch ist das Gerücht, dass die Franz Einsiedel GbR nicht mehr an einem Weiterbetrieb des Kraftwerks interessiert sei, sondern auf die Genehmigung für die Nutzung eines Seitenarms warte. Das hatte Heilinglechner vor einigen Wochen im Stadtrat gesagt. „Das stimmt so nicht mehr“, so Gleißl. Vielmehr wolle der Betreiber die Weidachmühle ertüchtigen. Die Beteiligten würden Hand in Hand planen. „Aber auch Ideen und Bedenken der Bürger und Anwohner müssen berücksichtigt werden.“ Frederik Lang

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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