Bericht: Linkin-Park-Sänger Chester Bennington ist tot

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Interesse am Thema Denkmalschutz dokumentierten am Sonntagabend rund 60 Bürger, die der Einladung zu einer Podiumsdiskussion gefolgt waren.

Vorerst kein Abriss

Gnadenfrist fürs alte Krankenhaus

Wolfratshausen - Die Stadt macht von der Abrissgenehmigung vorläufig nicht Gebrauch und die Denkmalschützer fordern eine Generalsanierung.

Die Geister scheiden sich, wie es mit dem ehemaligen Krankenhaus an der Sauerlacher Straße weitergehen soll. Während Bürgermeister Helmut Forster und einige Stadträte für einen Abriss plädieren, fordern Denkmalschützer und Historiker eine schnelle Generalsanierung. Für ihren angeblich stiefmütterlichen Umgang mit der knapp 200 Jahre alten Immobilie erntete die Stadt bei einer Podiumsdiskussion am Sonntagabend zum Teil deutliche Kritik. Eingeladen hatte der Historische Verein Wolfratshausen anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Rund 60 Zuhörer waren gekommen.

„Wir stehen zu unseren Denkmälern. Aber ich bin der Meinung, dass es für manche sinnvollere Verwendungen gäbe“, machte Bürgermeister Helmut Forster im Gespräch mit Moderatorin Sybille Krafft deutlich. „Als Stadt haben wir die Verpflichtung, für die Sicherheit unserer Einwohner zu sorgen.“ Dazu zähle sowohl die Verkehrsregelung als auch die Schaffung von Wohnraum. „Wir haben besonders im günstigen Segment, knapp über dem sozialen Wohnungsbau, eine Knappheit“, sagte der Rathauschef. Auf dem Grundstück des alten Krankenhauses könnte diese Nachfrage (durch einen Neubau) bedient werden. Forster: „Wegen der Finanzierbarkeit müssen wir auf eigenen Grundstücken agieren. Und die sind rar, so dass wir abwägen müssen.“

Für Nikolaus Könner vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz überwiegt dagegen der Schutzgedanke. „Das Gebäude stammt aus der Biedermeierzeit und hat eine integrierte Kapelle“, erklärte der Hauptkonservator und Referatsleiter. „Für die Sozialgeschichte ist das Gebäude von herausragender Bedeutung. So etwas gibt in München nicht und muss unbedingt erhalten werden.“ Ursula Scriba, Vorsitzende des Schutzverbandes für das Ostufer des Starnberger Sees, warnte davor, das „Kulturmerkmal auszuradieren. Dann gehen die Menschen vielleicht bald in andere Städte, um sich wohl zu fühlen“.

(dor)

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