Das große Thema Wald

Bad Tölz-Wolfratshausen - Bei der diesjährigen Hegeschau der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen im Ascholdinger Holzwirt, die im Auftrag des Landratsamtes organisiert wurde, standen zwei Themen im Vordergrund.

Diskutiert wurden die zunehmende Einwanderung von Wildschweinen und der Umbau des Waldes im Rahmen der weltweiten Klimaerwärmung.

„Wildschweine sind auf dem Vormarsch“, schreibt Markus Feigl, Pressebeauftragter der Jagdkreisgruppe, in einem Bericht über die Veranstaltung. Das würden die rund 30 Schwarzkittel belegen, die im vergangenen Jagdjahr im Altlandkreis Wolfratshausen erlegt wurden. Sie verursachen laut Feigl zunehmend Schaden auf Wiesen und Äckern. Dies sei auch auf eine massive Ausweitung von zum Teil waldnahen Maiskulturen zurückzuführen, in denen die Tiere Unterschlupf und Nahrung finden. Eine Schadensregulierung sei in diesem Fall oft schwierig, da viele landwirtschaftliche Betriebe eng gefassten Bewirtschaftungsregelungen unterliegen, die dem Landwirt kaum einen Spielraum lassen. Doch bergen die angriffslustigen Eindringlinge nach Angaben der Pressemeldung weitere Gefahren: „Sie übertragen Krankheiten auf landwirtschaftliche Nutztiere, wie Schweine, Rinder oder Schafe. Auch sind Haustiere, wie Hund oder Katze von diesen Krankheiten betroffen.“

In seinem Grußwort lobte Franz Steger, Leiter der Abteilung Umwelt im Landratsamt, in Stellvertretung von Landrat Josef Niedermaier das Engagement der Jäger. Dies würden die 1838 erlegten Rehe belegen. Forstdirektor Wolfgang Neuerburg und Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann betonten, dass die Funktionsfähigkeit des Waldes im Rahmen des Waldumbaus gewährleistet und daher das Wild auf ein waldverträgliches Maß beschränkt werden muss. Dies sei aber nicht so zu verstehen, dass die Wildtiere im Wald ausgerottet werden sollen.

In seiner Ansprache ging Stefan Rührgartner, Vorsitzender der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen, auf das 2015 anstehende Vegetationsgutachten ein. Hier sei es wichtig, dass Revierpächter, Waldbesitzer, Hegeringleiter und auch Vorstände der Jagdgenossenschaft bei der Aufnahme des Vegetationsgutachtens präsent sind. Auch sollen die Ziele des Waldbesitzers hinterfragt und die zukünftige Struktur des Waldes festgelegt werden. Ein besonderes Augenmerk soll bei diesen Waldbegängen auf die verbissenen Jungbäume und die Verbissart gelegt werden. Nicht jeder Verbiss werde durch Rehwild verursacht. Naturverjüngungsflächen und Revierteile, in denen ein erhöhter Verbiss festgestellt worden sei, sollen laut Rührgartner schwerpunktmäßig bejagt werden.

Die Revierpächter sind laut Gesetz dazu verpflichtet, Wildtiere in der Notzeit zu füttern. Dies hat aber nur dann Sinn, wenn dies revierübergreifend stattfindet. red

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