Guter Rat ist teuer

- Was sich Geretsried und Wolfratshausen externe Gutachter kosten lassen

Wolfratshausen/Geretsried - Guter Rat ist teuer, manchmal kostet er den Arbeitsplatz: Florian Gerster, Ex-Chef der Bundesagentur für Arbeit, verlor aufgrund Millionen schwerer Beraterverträge seinen Posten. Geretsried kennt einen ähnlichen Fall: Unter Stadtwerke-Leiter Detlef Liß wurden Millionen für Beratung ausgegeben und nicht korrekt verbucht - der Staatsanwalt ermittelt. Wolfratshausen ließ sich externe Gutachten in den Jahren 1999 bis 2003 gut 220 000 Euro kosten - von 1993 bis 1998 waren es nur 7239. Wann tut guter Rat also Not, und wie teuer soll er sein?

In Sachen Stadtwerke sagt der Geretsrieder Rathauschef Hans Schmid nichts, wohl aber zum laufenden Jahr: "Wir haben Null Euro für Gutachten und Berater in den Haushalt eingestellt." In Wolfratshausen stehen dagegen 220 000 Euro bereit. Nicht zu viel, wie Bürgermeister Berchtold meint: "Für Spezialaufgaben haben wir eben keine Fachleute in der Verwaltung." Als Beispiele nennt er die Verkehrsplanung, die Erstellung eines Flächennutzungsplans und den vorbeugenden Brandschutz. "Auch die Geretsrieder holen da sicher Experten", meint Berchtold. Der gute Rat sei dabei gar nicht teuer: Das Büro Plankreis etwa erhalte für "planerische Leistungen" nur rund 8000 Euro pro Jahr. Warum hat sein Amtsvorgänger in vier Jahren nur knapp 7300 Euro für Gutachter ausgegeben? "Wenn ich nichts tue, kostet das auch nichts", antwortet Berchtold.

So notwendig externe Leistungen laut Berchtold auch sind: Überprüfbar seien sie nur unter Schwierigkeiten. "Ich kann zwar verschiedene Angebote einholen, aber die Leistungen sind oft nicht vergleichbar." Und auch, ob der Externe seine Sache gut macht, "wissen wir immer erst im Nachhinein."jam

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