Hand in Hand gegen Falschparker

- Münsing/Wolfratshausen - Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit, der bisher in 179 bayerischen Gemeinden Verkehrssünder kontrolliert hat, ist gestern aufgelöst worden. Damit ist der Weg für Münsing frei, die Probleme mit den Falschparkern am Seeufer (wir berichteten) in den Griff zu bekommen.

Bürgermeister Michael Grasl hat bereits eine Lösung gefunden: Vorübergehend wird die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) der Stadt Wolfratshausen die Bearbeitung von Strafzetteln aus der Nachbargemeinde mit übernehmen. Zwei ehemalige Münsinger Mitarbeiter des Zweckverbandes stellen die Knöllchen vor Ort aus. Grasl hofft, dass die Kooperation mit Wolfratshausen zu Beginn der Sommerferien starten kann.

138 der Mitgliedsgemeinden, darunter Münsing, haben gestern in Karlsfeld per Abstimmung den unter Betrugsverdacht stehenden Zweckverband aufgelöst. Offiziell muss zwar noch die Regierung von Oberbayern zustimmen, doch das ist laut Grasl reine Formsache. Während sich die meisten anderen Kommunen mit der Suche nach neuen Überwachungsmodellen Zeit lassen, pressiert es den Münsingern. Die "chaotischen Zustände" am Starnberger See würden keinen Aufschub dulden, sagt der Rathauschef.

Wie Wolfratshausens Bürgermeister Reiner Berchtold auf Anfrage erklärt, hat die seit 1990 bestehende KVÜ noch Kapazitäten frei, neben Geretsried eine dritte Gemeinde aufzunehmen. Eine Vollzeit- und eine Halbtagskraft seien derzeit mit dem Erfassen der Strafzettel und dem Ausstellen der Bußgeldbescheide im Rathaus beschäftigt. Die Kosten für die Zweckvereinbarungs-Partner richteten sich nach der Zahl der bearbeiteten Knöllchen. Bis der Vertrag mit Münsing steht, wird die Polizei laut Grasl verstärkt am Seeufer patrouillieren. Danach übernehmen die als Verkehrsüberwacher ausgebildeten Holzhauser Leo Roll und Stefan Holzheu diese Aufgabe.

Die Kooperation mit Wolfratshausen sieht Grasl nur als mittelfristige Lösung. Auf lange Sicht schwebt dem Münsinger Rathauschef ein Zusammenschluss mehrerer Gemeinden aus der Umgebung vor. Eine Arbeitsgruppe soll sich mit der Gründung eines kommunalen Verkehrsüberwachungs-Unternehmens befassen. Berchtold kann sich vorstellen, dass diese Zentrale in Wolfratshausen eingerichtet wird: "Wir besitzen die Technologie und das Know-how." K tal

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