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Vom Filzfieber gepackt: Die Produkte von Heike Schneider unter dem Label „Schafenskraft“ sind schlichte Einzelstücke.

„Ein Stoff, der die Seele streichelt“

Handgewalkte „Schafenskraft“ von Heike Schneider

Wolfratshausen – Unter dem Label „Schafenskraft“ präsentierte Heike Schneider heuer auf dem Frühlingsmarkt in Waldram und im Kloster Benediktbeuern zum ersten Mal ihre handgemachten Filzprodukte in der Öffentlichkeit.

Heike Schneider liebt, was die Natur hergibt. Mit Schwemmholz, Kies und Isarsteinen gestaltet sie Haus und Garten – und für sich selbst filzt sie aus Naturwollfasern schöne Dinge mit persönlicher Note. Unter dem Label „Schafenskraft“ präsentierte Heike Schneider heuer auf dem Frühlingsmarkt in Waldram und im Kloster Benediktbeuern zum ersten Mal ihre handgemachten Filzprodukte in der Öffentlichkeit. Seit Ende November gibt es die kleine Kollektion im Blumenladen „Wilde Rosen“ am Untermarkt zu bewundern.

Die gebürtige Sächsin trägt gerne selbst, was sie eigenhändig produziert. Etwa eine halblange Weste mit einer legeren Kapuze in einem sanften Grün. Das handgewalkte Material hat einen melierten Farbeffekt und an wenigen Stellen hebt sich ein dezentes Muster wie in Sand gezeichnete Symbolik ab. Für Heike Schneider ist Filz „ein Stoff, der die Seele streichelt“. Jeder neue Versuch sei aufs Neue spannend, sagt sie, denn Formen, Farbkombinationen und Oberflächenstrukturen entstünden im Prozess. „Jede Wolle hat eben ihre Eigenheit.“

Schon seit einigen Jahren lässt die 42-Jährige, die mit ihrer Familie seit 2004 in Waldram lebt, die alte Handwerkskunst nicht mehr los. Sie besuchte Kurse und filzte zuerst nur für den Hausgebrauch. Zum 40. Geburtstag bekam sie einen Profi-Kurs zum Thema „nahtloses Filzen“ in der renommierten Filzschule Oberroth bei Schwäbisch Hall geschenkt. „Wir haben von früh bis spät gearbeitet, kaum Pausen gemacht, so gespannt waren wir auf die Ergebnisse“, erinnert sich Schneider. Von da an habe sie endgültig „das Filzfieber gepackt“, sagt sie. Auf dem Kurs entstand in vielen Einzelschritten die grüne Weste.

Doch wie filzt man so ein gutes Stück? Zuerst braucht’s eine Idee, dann muss das Schrumpfverhalten der Wolle berechnet werden, schließlich die Fasern aufgelegt, mit Wasser und Seife benetzt, vorsichtig angefilzt und dann wird gerollt, gewalkt, geworfen und getreten – so lange bis die Konsistenz so ist, wie man sie haben will. Farbige Wolle, feine Stoffe, pflanzliche Fasern und sogar Tierhaare walkt Heike Schneider ineinander und gibt ihrem Filz damit ein individuelles Erscheinungsbild. Neben Schals, Kleidung und kleinen Taschen stellt sie originelle „Kissen-to-go“ her – weiche, warme Unterlagen zum Einrollen und Mitnehmen. Die Filz-Produkte unter dem Label „Schafenskraft“ sind schlichte Einzelstücke, die eines mit der Künstlerin ganz sicher gemeinsam haben – sie drücken in Form und Farbe die Liebe und Verbundenheit zur Natur aus.

Andrea Weber

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