13 Kilometer betrug der Vorsprung von Günter Marhold (li.) bei seinem Sieg in Basel. Vereinskollege Michael Schmüser verbuchte einen persönlichen Rekord. foto: privat

Mit Harakiri-Zwischengalopp

Athen/Basel/Wolfratshausen - Ein spektakuläres Wochenende erlebten drei Wolfratshauser bei Ultraläufen in Griechenland und in der Schweiz und kehrten mit einem Sieg und guten Resultaten zurück.

Thomas Fuchs startete beim legendären Olympian-Race, das auf historischer Strecke vom antiken Stadion in Nemea nach Olympia führt. Dabei hatte er auf der 180 Kilometer langen Strecke 3781 Höhenmeter zu überwinden. Das Schlimmste an dieser Herausforderung ist indes, dass die Athleten nur in den vereinzelten Bergdörfern auf Wasser und Verpflegung hoffen dürfen und ihnen zudem ein Zeitfenster von nur 28 Stunden zugebilligt werden. Deshalb ist die Ausfallquote selbst bei erfahrenen Läufern recht hoch. Trotz starker Regenfälle und Temperaturstürze in den Bergen auf drei Grad setzte der Wolfratshauser mit starker Willenskraft sein gesamtes Durchhaltevermögen ein. Und da die letzten Kilometer fast von alleine liefen, erreichte er das Ziel im Stadion von Olympia nach 27 Stunden und 21 Minuten.

Günter Marhold und Michael Schmüser waren zeitgleich beim 26. Internationalen 24-Stunden-Lauf in Basel „auf qualmenden Socken unterwegs“, wie sich Marhold ausdrückte. Hier war der Ultraspezialist als Titelverteidiger auf Nummer eins gesetzt, was „etwas gewöhnungsbedürftig“ gewesen sei. Trotzdem ging er das Ganze nach seinem Sieg in Turin vor fünf Wochen relativ locker an. Im Gegensatz zum kalten Griechenland hatten die Wölfe-Athleten bei diesem Einsatz anfangs unter hochsommerlichen Temperaturen zu leiden. Dennoch verbuchte Schmüser bereits kurz vor Mitternacht einen ersten Erfolg: Er hatte problemlos die 100 Kilometer unter zwölf Stunden gelaufen. Dann stürzte auch hier die Quecksilbersäule auf drei Grad ab und Schmüser gab auf, zumal er sein persönliches Ziel erreicht hatte.

Für Marhold fing da eigentlich erst der Lauf so richtig an. Wie gewohnt, war er ruhig und unauffällig im Feld unterwegs, während sich die Spitzengruppe bereits heftigste Positionskämpfe lieferte. Bei 180 Kilometern gehörte er bereits zur Verfolgergruppe des weit enteilten Andreas Sageder. Nachdem er ihn an einem Verpflegungsstand überholt hatte, blieb ihm der 14 Jahre jüngere Österreicher auf den Fersen und „lieferte sich zur Belustigung der Zuschauer mit mir einen Harakiri-Zwischengalopp“ (Marhold). Erst Mitte der dritten Runde musste der Wiener den Wolfratshauser ziehen lassen. Am Ende gewann Marhold souverän mit 234 Kilometern und einem Vorsprung von 13 Kilometern vor Sageder, der sich damit für das österreichische Nationalteam qualifiziert hatte. (gbm)

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