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Nicht mit der Satzung eines Erholungsgebiets vereinbar: Eine Triathlonveranstaltung wie hier am Kirchsee wird es künftig rund um Ambach am Starnberger See nicht mehr geben. 

Organisator vorm Amtsgericht

Eisenmann-Triathlon braucht neues Gelände

Für die Teilnehmer ist der „Bayerische Eisenmann“ am Starnberger See eine riesige Gaudi. Doch dem Organisator ist der Spaß vorerst vergangen. Er muss sich für seinen traditionsreichen Fun-Triathlon ein neues Areal suchen. Dass ist das Ergebnis einer Verhandlung am Wolfratshauser Amtsgericht.

Münsing – Zunächst war es dabei eigentlich nur um einen Bußgeldbescheid von 200 Euro gegangen. Diesen Bußgeldbescheid hatte die Umweltabteilung des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen nach dem letzten „Eisenmann“, der am 30. Juli vergangenen Jahres am Erholungsgelände in Ambach in der Gemeinde Münsing stattfand, erlassen. Bei der Veranstaltung, die Thorben Heimann vor 16 Jahren ins Leben gerufen hat, schwimmen die Hobbysportler 1,5 Kilometer durch den Starnberger See, fahren 40 Kilometer Rad rund um Münsing, Höhenrain, Berg, Icking und Holzhausen und laufen zum guten Schluss zehn Kilometer. Der Wendepunkt liegt im Erholungsgebiet Ambach. Alles geht recht entspannt über die Bühne, ohne Hektik beim Wechseln der Sportarten. Nach dem Schwimmen wird auf den Letzten gewartet. Der Spaß steht im Vordergrund.

Triathlon als „Wanderung per Rad un zu Fuß“ angemeldet

Die Kreisbehörde in Bad Tölz allerdings hat beanstandet, dass bei dieser Veranstaltung, die als eine „Wanderung per Rad und zu Fuß“ angemeldet worden war, „durch Lautsprecherdurchsagen und eine Musikanlage“ andere Gäste auf dem Erholungsgelände belästigt worden seien. Außerdem war trotz des Verbots der Bootseinlass am Buchscharner Seewirt blockiert worden. Und obendrein handele es sich um eine gewerbliche Veranstaltung, was mit der Satzung über die Benutzung des Erholungsgeländes nicht vereinbar sei.

Veranstalter legte Einspruch gegen Bußgeldbescheid ein

Der „Eisenmann“-Veranstalter, ein promovierter Physiker, der in und um München insgesamt ein Dutzend Sportevents wie den Sommernachtslauf, den „3MUC- Triathlon-München“ und das „Starnberger-See-Schwimmen“ auf die Beine stellt, legte Einspruch ein. Mit Erfolg: Das Gericht stellte das Bußgeldverfahren „aus Rechtsgründen“ ein. Der Bescheid basiere auf fahrlässigem Handeln. Fahrlässigkeit ist aber in der zugrunde liegenden Verordnung nicht vorgesehen – „und kann somit nicht geahndet werden“, so Richter Urs Wäckerlin.

Sachgebietsleiter Steger: „Das ist ein reines Badegelände ohne Remmidemmi“

Eigentlich habe er auch nur Einspruch eingelegt, um zu erfahren, was genau er falsch gemacht habe, erläuterte der Veranstalter. Denn schließlich wolle er den Eisenmann in Ambach weiterführen. Doch damit sieht es schlecht aus. „Die Erlaubnis werden wir nicht erteilen. Der Träger lehnt jede gewerbliche Nutzung ab“, erklärte Frank Steger, Sachgebietsleiter Umwelt beim Landratsamt, noch im Gerichtssaal. „Das ist ein reines Badegelände ohne Remmidemmi.“

Richter Wäckerlin: „Ohne Erlaubnis kein Eisenmann“

„Das machen wir seit 15 Jahren“, entgegnete der etwas irritiert wirkende Veranstalter. „Ist halt bisher niemandem aufgefallen“, bekam er zur Antwort. „Aber Wandern mit Rad und Fuß ist auch kein Triathlon“, sagte der Sachgebietsleiter und ließ durchblicken, dass man sich bei der Behörde etwas auf den Arm genommen fühlen könnte. Auch das Argument des Organisators, er habe, als er das Event 2005 übernahm, „auch das Antragsformular übernommen und lediglich jedes Jahr das Datum geändert“, half nicht. „Die Natur für kommerzielle Zwecke zu nutzen, ist vom Recht auf Naturgenuss nicht gedeckt“, erklärte Steger. „Ohne Erlaubnis kein Eisenmann. Das ist die Quintessenz des heutigen Verfahrens“, fasste Richter Wäckerlin zusammen. Zumindest das Erholungsgelände muss der Veranstalter wohl aus seinen Planungen für den nächsten Fun-Triathlon streichen.

Von Rudi Stallein

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