Ihren Protest und ihre Sorgen teilten die Eglinger (im Bild Hans Pertold) den Experten auf dem Podium mit Nachdruck mit: (v. li.) Heinz Urbas (Rheinbraun Brennstoff), Peter Huber (Trockungsgenossenschaft Feldkirchen), Andreas Henschel (Carbotechnik Energiesysteme Gelting), Bürgermeister Hans Sappl, Walter Marinescu (Geschäftsführer der Trockungsgenossenschaft Feldkirchen), Franz Steger (Sachgebietsleiter Umwelt im Landratsamt) und Anita Bierschneider, ebenfalls aus dem Landratsamt. Foto: red

Ein Hauch von Moosham 21

Egling - Beim Informationsabend zu Braunkohlestaub als künftigen Brennstoff der Feldkirchner Trocknungsanlage hat sich heftiger Widerstand formiert.

„Das wird ein Moosham 21“, schallte es aus der Versammlung in den Raum. Tatsächlich war am Montagabend die Stimmung hochexplosiv im Thanninger Wirt, wo die Gemeinde zum Informationsabend über die Pläne der Trocknungsgenossenschaft lud, künftig Braunkohlestaub (BKS) zu verfeuern. 200 Interessierte drängten sich in den Saal, die Diskussion war hitzig.

Rückblick: Die Trocknungsgenossenschaft hatte beantragt, ihr Werk künftig mit dem deutlich billigeren BKS zu befeuern. Weil das aber auch mehr an Kohlendioxid bedeuten würde und weil Braunkohle Schwermetalle enthält, regt sich Widerstand bei den Anwohnern. Doch zur Entrüstung der Versammlung erklärte Franz Steger, Sachgebietsleiter Umwelt im Landratsamt, dass für das Genehmigungsverfahren „Widerstand in der Bevölkerung oder politische Ziele wie die Energiewende nicht relevant sind“.

Gemeinde wie Anwohner setzten ihre Hoffnungen auf den Dialog. „Wir stellen nicht um, weil wir lustig sind, sondern weil uns unsere Energiekosten davonlaufen“, erklärte Vorstandsmitglied Peter Huber. Der Betrieb halte mit BKS trotz der höheren Kohlendioxidbelastung alle Grenzwerte ein. „Wir werden uns doch nicht ins eigene Fleisch schneiden. Wir haben gegenüber unseren Kunden Verpflichtungen genauso wie unseren Nachbarn gegenüber“, sagte Geschäftsführer Walter Marinescu.

Allerdings zeigte sich, dass manche für die Genehmigung relevanten Fragen noch offen sind: Die vier Prozent Asche etwa, die bei der Verbrennung von BKS übrig bleibe, dürfen nämlich nicht wie ursprünglich geplant mit der Gülle ausgebracht werden. Eine Unwägbarkeit, die nicht dazu beitrug, die aufgebrachten Anwohner zu beruhigen. Neben erhöhter Lärmbelästigung befürchten sie nämlich, dass Schadstoffe in Futter und Umland gelangen und über Fleisch und Milch beim Verbraucher landen könnten. Wie August Buchberger, Geschäftsführer der Carbotechnik Energiesysteme, erläuterte, käme in Feldkirchen ein so genannter Rauchgaswäscher zum Einsatz. Was mit dem Wasser passiert, ist laut Marinescu noch offen. (cjk)

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