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Nicht zumutbar? Der Eurasburger Helferkreis fand die Containeranlage in Wackersberg nicht geeignet für die syrische Familie. 

Schwieriger Familiennachzug

Helferkreis: Bleibe für syrische Familie gesucht

Im Herbst vorigen Jahres glaubte sich der Mann aus Syrien am Ziel seiner Träume: Er hielt seine Anerkennung als Bürgerkriegsflüchtling in Händen. Seine Ehefrau und die beiden Kinder durfte er auch nachholen. Doch das Glück ist nicht ungetrübt. 

Eurasburg – Seit dem 1. Februar dieses Jahres ist die Familie wieder vereint. Doch das Glück ist nicht ungetrübt. Denn: Die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich schwierig. Die vom Landratsamt zur Verfügung gestellte Unterbringung in einer Containeranlage in Wackersberg lehnt der Betreuer Uwe Rathmann vom Eurasburger Asylhelferkreis als „unzumutbar und inakzeptabel“ ab. Die Gemeinde kann jedoch keine Alternative anbieten.

Frau und Kinder gelten formal als Obdachlose

Der Flüchtling aus Syrien hat seit Anfang dieses Jahres ein Arbeitsvertrag bei einer Eurasburger Firma. Da sein Asylverfahren abgeschlossen ist, gilt er als Fehlbeleger und wurde aufgefordert, seine Unterkunft in der Containeranlage am Glaspalast zu räumen. Weil die Anlage darüber hinaus ausschließlich für Männer gedacht ist, ist dort auch für seine Familienangehörigen kein Platz. Diese gelten formal als Obdachlose – somit wäre die Gemeinde dafür zuständig, die Frau und ihre Kinder unterzubringen. Da aber keine Wohnungen zur Verfügung stehen, hat die Gemeinde Bedarf beim Landratsamt angemeldet, nachdem Landrat Josef Niedermaier angekündigt hatte, den Kommunen bei diesem Problem unter die Arme zu greifen. So landete die syrische Familie in der Wackersberger Containeranlage.

Unterkunft in Steinsäge kommt für Betreuer Rathmann nicht infrage

Als er mit der Familie deren neues Zuhause im Wackersberger Ortsteil Steinsäge besichtigte, habe er seinen Augen nicht getraut, erzählt Uwe Rathmann. „Die Unterkunft ist weit abgelegen. Die Frau wäre mit ihren Kindern dort allein gewesen. Ihr Mann arbeitet in Eurasburg, schon die Fahrt dorthin mit dem Bus ist unzumutbar“, ereifert sich der Asylhelfer. „Die von Krieg und Flucht traumatisierte Frau und die Kinder haben Angst allein in der abgeschiedenen Wohnung.“ Also packte Rathmann die vier wieder ins Auto und nahm sie mit zurück nach Eurasburg.

Bürgermeister Sappl: „Menschlich ist das verständlich“

Bürgermeister Moritz Sappl bringt ein gewisses Maß an Verständnis auf. „Menschlich ist das verständlich“, sagt er. Man müsse die Sache auch im Sinne der Gleichbehandlung betrachten. Die Container seien nur für eine Übergangszeit gedacht, bis eine Wohnung gefunden ist. „Obdachlose und Hartz IV-Empfänger werden genauso behandelt“, so Sappl. Die Kritik am Standort in Wackersberg teilt er nicht. „In 400 Metern Entfernung ist eine Bushaltestelle, der nächste Supermarkt ist 1,8 Kilometer entfernt.“

Rathmann appelliert an Bürger

Vorübergehend wurden die Syrer von einer Familie in Eurasburg aufgenommen. „Aber das ist auch kein Zustand“, sagt Rathmann, der an die Bürger appelliert, bei der Wohnungssuche mitzuhelfen. Ein von ihm ins Auge gefasster Tausch ist nicht realisierbar. Aus einer Wohnung im Fischergaßl werden derzeit dort lebende Asylbewerber wieder in den Glaspalast umquartiert. Die ist vom Landratsamt angemietet worden – jedoch ausschließlich für Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind.

Von Rudi Stallein

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