Hexen, Hochzeiter und Beduinen laufen um den Löffel

- Sieben Teams kämpfen um den "Graudleffe-Cup"

VON KERSTIN FRANKE Wolfratshausen - Hochmotiviert und siegessicher waren alle sieben Teams, die gestern beim ersten Wolfratshauser "Graudleffe-Cup" an den Start gingen. Um den Siegespokal, einen knapp zwei Meter großen Krautlöffel mit nach Hause zu nehmen, gab jede einzelne Gruppe ihr Bestes - sowohl auf der Rennstrecke als auch bei den Schikanen-Stationen, wo die Teilnehmer in Windeseile eine bestimmte Menge an Krapfen und Sauerkraut in sich hineinstopfen oder Bier und Wein oder Limo trinken mussten.

Die Gewinner des Gaudilaufes, die Mitglieder der Loisachtaler Bauernbühne, gingen als erste an den Start: Im Schlepptau hatte die 18-köpfige Hochzeitsgesellschaft der "Woizhauser Bedlhouzad" auch Bürgermeister Reiner Berchtold. "Der Krautlöffel muss in Wolfratshausen bleiben", stellte dieser kurz vor dem Lauf klar. Angst davor, dass die Trophäe in die falschen Hände - in die von Tölzer Prügeln gerät - brauchte er aber keine zu haben: Aus der Kurstadt war erst gar kein Team angetreten.

Verhindert werden musste deswegen nur, dass sich die Beduinen-Gruppe "Ali Karawani i vakaf di" aus Bad Heilbrunn den begehrten Wanderpokal erkämpfte. Die restlichen Teams stammten nämlich alle aus Wolfratshausen. Zum Beispiel die vier "Trinkarbeiter" von der Fußballabteilung des TSV, die "Running Witches" (rennende Hexen) vom Fitnessstudio Extrafit oder die Kindergruppe "Loisachpiraten". Alle drei Teams legten sich mächtig ins Zeug, für den Sieg reichte es aber nicht.

Auch die "Inselhüpfer" der Wolfratshauser Narreninsel überzeugten nicht vollständig: Wer gewinnen wollte, musste nämlich nicht nur schnell sein, sondern auch das Publikum begeistern. Obwohl die Teamarbeit dieser Gruppe bemerkenswert war: Völlig entkräftet rang Narr Florian Schwabe im Ziel nach Luft. Zusammen mit den anderen atemlosen Gardemitgliedern hatte er das Prinzenpaar durch den Parcours geschoben. Seine Tollität Christian Czeizner schaute nach dem Rennen aber nicht weniger gequält in die Runde: "Ich habe fast das ganze Sauerkraut für die anderen gegessen, dazu noch die Krapfen: Hoffentlich muss ich mich nicht übergeben." Auf dem zweiten Platz landete die zweite Gruppe der Wolfratshauser Narreninsel, die "Speedies and Dancing Zicken Fires". In einem Käfig fahrend und "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" singend legten sie die erste Hälfte des Parcours zurück. Unglücklicherweise ging ihr Gefährt unvermittelt zu Bruch, so dass sie die zweite Hälfte der Strecke zu Fuß bewältigen mussten.

Der Gaudilauf war der Höhepunkt des Wolfratshauser Faschingstreibens am Loisachufer, das zumindest am Nachmittag nicht sehr gut besucht war. Für das leibliche Wohl war mit mehreren Verkaufsständen gesorgt, und auch kleine Besucher kamen mit einer Kindereisenbahn und Kinderschminken auf ihre Kosten. Bis Mitternacht wurde gefeiert, dann war Aschermittwoch - und alles vorbei.

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