Hilfe für das gestresste Vieh

- Thanning – Der Spruch „Vorbeugen ist besser als Heilen“ gilt auch in der Tiermedizin. Das verdeutlichte Dr. Gerhard Reszler in seinem Seminar während des „Milch-Profi-Forums“ in Thanning. Der Fachtierarzt für Rinder aus Oberösterreich referierte im Sitzungssaal des Raiffeisen-Centers einen Tag lang vor knapp 50 Landwirten über die Problematik der Klauenpflege sowie über Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Problemfällen.

VON CLAUDIA KOESTLER <P>Die moderne Milchwirtschaft verlangt gerade dem Milchvieh in der heutigen Zeit viel ab. &#8222;Die Leistungsanforderungen sind erheblich gestiegen, wobei die Haltungs- und Fütterungsformen nicht immer die glücklichste und artgerechteste Wahl für das ehemalige Steppentier sind&#8220;, erklärte Reszler. Das alles führe dazu, dass die Kuh anfälliger werde für Erkrankungen. <P>Doch nicht nur die Konstitution ist betroffen, auch die Gliedmaßen, sprich die Klauen, werden in Mitleidenschaft gezogen. Der Mensch habe zwar die Kuh seinen wirtschaftlichen Bedürfnissen bei der Milchleistung angepasst, so Reszler. Doch die Anatomie des Tieres leide darunter, was zu Lahmheiten, Klauendeformation und letztendlich wiederum zu verringerter Milchleistung und verkürzter Nutzungsdauer führe. Das Tier sei &#8222;Unebenheiten, zu harten Laufflächen, Gitterrosten und Angriffen von unzähligen Bakterien&#8220; ausgesetzt. Der Hornschuh der Paarhufer übernimmt dabei die Schutzfunktion für das Zehenend-Organ. Er schützt das &#8222;Leben&#8220;, also die Lederhaut, an den Zehenspitzen gegen äußere Einflüsse und trägt zugleich das gesamte Gewicht des Tieres. Eine regelmäßige und fundierte Pflege, die die deformierten Klauen in ihre ursprüngliche Form und natürliche Funktionalität zurückbringt, sei deshalb nötig. &#8222;Schnell ein Stück von der Klaue abschneiden, bis alles weiß ist, gehört der Vergangenheit an&#8220;, so Reszler. <P>Anhand des &#8222;LoComotion Score&#8220; zur Bestimmung der Deformation und Fehlstellung und einem &#8222;FünfSchritt-Schema&#8220; zum korrigierenden Schnitt zeigte Reszler den Weg zum optimalen Resultat. Er berücksichtigte sowohl die Prophylaxe als auch den therapeutischen Klauenschnitt bei Krankheiten wie Sohlengeschwür, Rehe oder Ballenfäule. &#8222;Nur mit einer Kuh, die ihr Körpergewicht mit Wohlbefinden trägt, kann man auch leben.&#8220; <P>

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