Bei schönem Wetter gen München: In diesem Sommer war das nicht immer möglich. Der Regen hat die Flößer das eine oder andere Mal kalt erwischt. Foto: archiv

Hochwasser vermasselt Flößern die Laune

Wolfratshausen - Viele Unwetter haben den hiesigen Flößern die Saison mächtig verhagelt. Wegen Hochwasser war die Isar oftmals nicht befahrbar.

Wenn im Juni, Juli und August die Sonne strahlt, ist für die hiesigen Flößer Hochsaison. Eigentlich. Heuer nämlich musste Joseph Seitner von der gleichnamigen Flößerei aus dem Wolfratshauser Stadtteil Weidach seiner Kundschaft aber immer wieder Termine absagen. Der Grund: Das Wetter spielte einfach nicht mit. „Das war nicht toll“, resümiert Seitner auf Nachfrage unserer Zeitung. Dreimal sei die Isar wegen Hochwasser nach Unwettern nicht befahrbar gewesen. Lediglich der August war laut dem Wolfratshauser „vereinzelt schön“.

Besonders auffällig ist laut Seitner, dass das Wetter nicht mehr einschätzbar ist. „Die Extreme zwischen Heiß und Kalt schwanken über Nacht.“ Mitunter habe er sogar befürchten müssen, dass der Wasserpegel wegen der Hitze für einen Ausflug nach München nicht ausreicht. Tags darauf habe es dann „wieder „geschüttet, was runtergeht“. Die Floßfahrten seien somit nur schwer planbar gewesen und hätten teilweise spontan am frühen Morgen verschoben werden müssen.

Das Interesse an Ausflügen auf Isar und Loisach war laut Seitner trotzdem wieder recht ordentlich. „Und die Stimmung war sowieso wie immer hervorragend.“ Besonders gut verlassen könne er sich auf seine Stammkunden, die Jahr für Jahr rund sechs Stunden auf der Isar gen Thalkirchen schippern wollen. Seitner: „Die ganze Welt kommt bei uns zusammen. Das macht Spaß.“

Floßmeister Michael Angermeier aus Arzbach bei Bad Tölz blickt „einigermaßen zufrieden“ auf die vergangenen Monate zurück. Eine Saisonbilanz möchte der Experte aber noch nicht ziehen. Bis zum zweiten Septemberwochenende werden nämlich noch Floßfahrten nach München angeboten.

Kollege Josef Seitner befürchtet aber das Schlimmste: Für dieses Wochenende liegt ihm bereits die nächste Unwetterwarnung mit Hochwassergefahr vor. „Es erwischt uns heuer immer dann, wenn wir voll ausgelastet sind“, schimpft der Wolfratshauser. Für nächstes Jahr hofft er vor allem auf eines: auf stabilere Wetterverhältnisse.

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