Höchste Stimmakrobatik

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Gelting &#8211; Fünf Männer im Frack stehen auf der Bühne. Schließt man die Augen, hört der Zuschauer eine ganze Band mit Instrumenten. Schlagzeug, Gitarre, Bass, Trompete, Saxophon und Posaune werden täuschend echt imitiert. Ihr Werkzeug: Stimme, aufgeblasene Wangen, Lippen und Kehlkopf &#8211; die höchste Stimmakrobatik. Obendrein steppte das Vokalensemble &#8211; aber nur mit den Stimmbändern. Das Münchner Quintett &#8222;Terzinfarkt&#8220; begeisterte am Sonntag im Geltinger Hinterhalt das Publikum. <P>Ihr Repertoire geht von &#8222;Mein kleiner grünen Kaktus&#8220; der Comedian Harmonists über Rocknummern wie ACDC &#8222;Highway to Hell&#8220; oder bis hin zu Mister Rock&#8217;n&#8217; Roll Chuck Berrys &#8222;Johnny B. Good&#8220;. Dabei kamen auch deutschsprachige Musiker wie Xavier Naidoo oder Herbert Grönemeyer nicht zu kurz. <P>Aufgelockert durch gut gelaunte Moderationen und kleine Anekdoten unterhielt das Vokalensemble die Zuschauer &#8211; nicht nur durch die perfekten Arrangements, sondern auch durch eigene, ironische Interpretationen von Liedern, die damals in aller Munde waren. <P>&#8222;Fruchtzwerge im Bauch&#8220; &#8211; Klage des Diätwahns <P>Grönemeyers &#8222;Flugzeuge im Bauch&#8220; wurden kurzerhand zu &#8222;Fruchtzwerge im Bauch&#8220; &#8211; die Klage eines Diätüberdrüssigen. Udo Jürgens &#8222;Griechischer Wein&#8220; handelt von einem Mann, der sich nicht nach Hause traut. Oder &#8222;Wenn der Herrgott ruft, ist Sense&#8220;, in welcher die Todesarten der verschiedenen Berufsgruppen karikiert wurden. <P>Die Idee zu dieser Gesangsformation hatten Harald Gabl und sein Sandkastenfreund Thomas Uebel, ein ehemaliger Regensburger Domspatz, im Jahr 1989. Gemeinsam hatten sie jahrelang in einem Münchner Männerchor gesungen. Als sie bei einem A-Capella-Festival die legendären &#8222;Flying Pickets&#8220; trafen und sie nach ihrem Erfolgsrezept fragten, gründen sie zu fünft &#8222;Terzinfarkt&#8220;. <P>Seit rund sechs Jahren tritt das Ensemble in der heutigen Besetzung auf: Thomas Uebel, Simon Schmid (Bass), Martin Kupper und der Ukrainer Wasyl Bil (Tenor), und Harald Gabl (Bariton). <P>Jährlich faszinieren sie rund 20 Mal das Publikum. Wöchentliche Proben sind von Nöten: Einige Musikstücke sind erst nach drei Monaten aufführungsreif. Die Stücke werden von Harald Gabl arrangiert und von der Gruppe selbst erarbeitet. Aber harte Arbeit wird belohnt. Das Münchner Quintett hat bereits Preise eingeheimst: Bei der internationalen A-Capella-Competition im österreichischen Graz gewannen sie 2003 in der Kategorie &#8222;Comedy&#8220; Silber und in der Kategorie &#8222;Pop&#8220; Bronze. <P>Wer das Konzert verpasst hat, darf hoffen &#8211; &#8222;Terzinfarkt&#8220; kommt sicher im nächsten Jahr wieder in den Hinterhalt. K Christine Noisser <P>

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