Die Höhen und Tiefen eines Bergsteigers

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Geretsried &#8211; &#8222;Mir geht es sehr gut&#8220;, sagt Ex-Bürgermeister Hans Schmid, wenn man ihn auf der Straße trifft. Er genießt seine neu gewonnene Freiheit, verbringt viel Zeit in den Bergen. Nur zuletzt hatte man den Eindruck, dass er seine Wahlniederlage noch nicht verkraftet hat &#8211; seine negativen Äußerungen über seine Nachfolgerin Cornelia Irmer haben ihm viele übel genommen. Doch heute dürfte das alles vergessen sein: Hans Schmid feiert seinen 50. Geburtstag. <P>Zwölf Jahre war der gebürtige Lenggrieser Bürgermeister von Geretsried. Zuvor hatte er schon fast 20 Jahre in der Stadtverwaltung gearbeitet. Der Sohn eines Bäckers hatte nach der Schule die Beamtenlaufbahn eingeschlagen; seine Ausbildung schloss er als Diplomverwaltungswirt im akademischen Grad ab. <P>Bei der Bürgermeisterwahl 1992 trat Schmid gegen seinen eigenen Chef an. Mit Unterstützung der Regenbogenkoalition (SPD, FDP, Grüne und Freie Wähler) gelang dem Parteifreien der überraschende Sieg über den CSU-Amtsinhaber Gerhard Hasreiter. Die beiden Lager im Stadtrat waren damals heillos zerstritten. Unter Schmid kehrte wieder Harmonie ein. Dass sich der Stadtrat bis heute als Kollegialorgan präsentiert, ist sein Verdienst. <P>Nur die Regenbogenkoaltion bekam schnell Risse: Bei seiner Wiederwahl 1998 wurde Schmid, der für die Kreistagswahl kurzzeitig Mitglied der Freien Wähler war, von der CSU unterstützt. 2004 trat er offiziell als Unionsmitglied an &#8211; und verlor die Wahl. Diesmal war die parteifreie Cornelia Irmer von der Regenbogenkoalition unterstützt worden. <P>&#8222;Man weiß nie, wofür es gut ist&#8220;, sagte Schmid nach seiner Niederlage. Bei seiner Verabschiedung sprach er von einer &#8222;wunderbaren, interessanten und lehrreichen Zeit als Bürgermeister&#8220;. In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm der Stadtrat den Ehrenring &#8211; die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. <P>Ein Visionär war Schmid nicht, aber ein guter Verwalter, der pflichtbewusst seine Aufgaben erfüllt hat. In seiner Amtszeit wurden 23 Millionen Euro in die Schulen investiert. Die Jugend bekam einen zweiten Treffpunkt. Auch den Bau der neuen Feuerwache und die Neugestaltung der Egerlandstraße hat Schmid auf den Weg gebracht. <P>Heute ist er Privatier und genießt mit seiner Frau Gabi die Zweisamkeit. Ganz zurückgezogen hat er sich aber nicht: Er ist immer noch Mitglied des Kreistags und sitzt im Aufsichtsrat der Baugenossenschaft. Bei der Feuerwehr sprang er kürzlich als Zweiter Vorsitzender ein. Zudem ist der 50-Jährige in vielen Vereinen Mitglied: Isartal-Wanderer, Fischerverein, Egerländer Gmoi, TuS und Tennisclub. Und gerne sitzt der leidenschaftiche Bergwanderer und Skifahrer am Stammtisch der Josefs-Partei in Gelting. K sas <P>

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