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Zwei Männer, ein Auftrag: Waldrams Trainer Ralf Zahn (li.) besorgte gemeinsam mit Sohn Dennis den Christbaum.

Gesundheit, Gans und geschenkte Stürmer

Das wünschten sich unsere Fußballtrainer zum Fest

Bad Tölz-Wolfratshausen - Immer nur Fußball im Kopf? Wie verbringen eigentlich unsere Trainer und Abteilungsleiter das Weihnachtsfest? Sie haben uns verraten, was auf ihrem Wunschzettel stand.

Heiligabend, das ist der etwas andere Tag des Jahres. Wenn Geschäfte und Weihnachtsmärkte schließen und die Radiosender im Laufe des Nachmittags von Pop zu „Stille Nacht“ wechseln, beginnt auch bei den Fußballern im nördlichen Landkreis der Ausnahmezustand: keine Verpflichtung, außer den familiären. Das Fußballerleben steht still. Eine Umfrage unserer Zeitung unter Trainern und Funktionären brachte ein Potpourri von Begehrlichkeiten und Träumen zutage. Es ist der größte Wunsch aller zu Weihnachten: Gesundheit, denn ohne sie ist alles nichts.

DJK-Trainer geht auf Christbaum-Jagd

Am 11. Dezember 2005 ist Dennis Lukas auf die Welt gekommen. „Unser Glück ist einfach unbeschreiblich“, freuten sich damals Ralf Zahn (zu jener Zeit Spielertrainer beim TuS Geretsried) und Ehefrau Karin auf das erste Weihnachtsfest zu dritt. Inzwischen hat Zahn den Verein gewechselt, ist Trainer bei der DJK Waldram – aber familiär ist alles gleich geblieben. Die Familie wohnt immer noch in Münsing, Dennis ist inzwischen zehn Jahre alt, geht in die Schule und liebt es, mit seinem Papa den Weihnachtsbaum heimzutragen. Während Papa Ralf in München die Post austrägt, schmücken Mama Karin und Dennis den Baum. „Bei uns gibt’s keine Wachs-, sondern elektrische Kerzen. Wachskerzen wären zu gefährlich, da wir eine Katze haben“, so Zahn.

Was gibt es am Heiligen Abend zu essen? „Würstl mit Kraut und Kartoffelbrei, das ist bei uns traditionell. Das gab es schon in meiner Kindheit bei meiner Mutter.“ Persönlich wünscht sich der Fußballtrainer Gesundheit für seine Familie. Bei seiner DJK fühlt er sich sehr wohl und hofft, dass die Mannschaft ihre Tabellenführung in der Kreisliga verteidigen und am Ende den Aufstieg feiern kann. Gibt’s noch einen Wunschspieler, der die Elf verstärken würde? Zahn: „Ja, Johann Latanskij vom TuS. Mit ihm bin ich immer gut ausgekommen, und er ist ein toller Fußballer.“

"So einen Stürmer, den könnten wir immer gut gebrauchen"

Auch Herbert Mühr hat konkrete Vorstellung, würde das Christkind ihm einen neuen Fußballer für seinen FSV Höhenrain bescheren. „So einen guten Stürmer wie Tobias Beierbeck von Egling, den könnten wir immer gut gebrauchen“, sagt Mühr. Seine realen Wünsche sind natürlich Gesundheit für sich und seine Frau Silvia sowie den Klassenerhalt für seine Mannschaft in der Kreisklasse.

Glücklich beim FSV: Trainer Herbert Mühr.

Einen Weihnachtsbaum gibt es im Hause Mühr nicht; stattdessen hat seine Frau schöne Adventsgestecke gebastelt. Den Heiligen Abend verbringen beide bei seinen Eltern Herbert und Christa Mühr. Um 17 Uhr ist Kirchgang angesagt, anschließend wird gemeinsam gegessen. „Meine Mutter liebt die Abwechslung. Heuer gibt’s an Weihnachten Knödel mit Schwammerl.“ Bei Kerzenschein werden anschließend die Geschenke ausgepackt. Am nächsten Tag kommt Bruder Stephan mit seiner Frau Simone und den Kindern Kilian und Andreas ins Elternhaus. Gespeist wird dann klassisch weihnachtlich: Gans mit Blaukraut und Knödel. Mühr: „Außerdem liebe ich die Vanillekipferl von meiner Mutter zum Kaffee.“ Der Zweite Feiertag dient dann der Erholung. Und der Fußball? „Der fehlt mir momentan nicht, ich bin froh über die Pause“, sagt der FSV-Coach.

"An Heiligabend bestimmt meine Frau, was auf den Tisch kommt"

Stress im Abstiegskampf: FFG-Chef Arnold Vögtle.

Ordentlich am sportlichen Ziel vorbeigeschrammt sind in dieser Saison die Fußball-Freunde Geretsried. „Da brauchen wir gar nicht groß herumzureden. Das ist alles andere als berauschend“, sagt Klubchef Arnold Vögtle angesichts des letzten Tabellenplatzes. Dennoch betont er: „Bei uns gibt es keine Trainerdiskussion.“ Auch wenn die Stimmung etwas gedrückt ist, Weihnachten lässt sich Vögtle dadurch nicht vermiesen. Er feiert gemütlich zu Hause mit seiner Freundin Adriana und den beiden Buben (sechs und zwölf Jahre alt). Spätestens, wenn die Ente mit Blaukraut serviert wird, beginnt Weihnachten. Vögtle: „Ich habe in der Arbeit eine leitende Position, und auch im Sportverein. Aber an Heiligabend bestimmt meine Frau, was auf den Tisch kommt.“ Einen Ortswechsel gibt es am 25. Dezember. Da kocht nämlich der Herr des Hauses selbst, und zwar Fisch. Ruhe ist am Zweiten Feiertag angesagt. „Da gehen wir zum Essen ins Restaurant am Bibisee.“ Fehlt ihm da nicht der Fußball? „Nein, die Vorrunde in der Kreisliga war so stressig, dass mir die Ruhe sehr gut tut.“ Für das neue Jahr wünscht sich Vögtle Gesundheit für seine Familie und dass Deutschland die Thematik mit den Flüchtlingen bald in den Griff bekommt. Sportlich hofft er, dass seine FFG das Wunder des Klassenerhalts noch schaffen. „Mit meinen Spielern bin ich glücklich – trotz der Abstiegsgefahr“, betont der Vorsitzende. Wenn er sich einen Fußballer wünschen dürfte, dann wären es gleich zwei: „Ich würde es gut finden, wenn die Zwillinge Benedikt und Sebastian Uchtdorf vom FC Geretsried zu uns kommen würden.“

Leitl ist an Heiligabend zum Essen eingeladen

Gut aufgehoben beim BCF: Trainer Reiner Leitl (2. v. li.) mit (v. li.) Mary Faganello, Vorsitzendem Dr. Manfred Fleischer und JFG-Chef Maurizio Faganello.

Nicht alle Menschen haben das Glück, Weihnachten im Kreise der Familie zu verbringen. Reiner Leitl beispielsweise lebt derzeit alleine. Einsam fühlt sich der Trainer des BCF Wolfratshausen jedoch nicht. „Wenn man über 40 Jahre im Fußballgeschäft ist, ist man nicht alleine“, sagt der ehemalige Profi. Außerdem gefalle es ihm nach seinem Umzug nach Wolfratshausen hier sehr gut. Nicht zuletzt beim Ballclub, wo er mittlerweile drei Jahre tätig ist. Leitl: „Für mich mit meinen 55 Jahren wird es keinen anderen Verein mehr geben.“ Zwar fehlen ihm an Weihnachten seine beiden erwachsenen Kinder, die bei der Mutter leben. Aber es gibt auch noch seine vier Brüder Wolfgang, Stefan, Christian und Jürgen – allesamt ebenfalls erfolgreiche Fußballer beziehungsweise Trainer. Mit denen hat er sich am Dienstag in gemütlicher Runde am Tegernsee getroffen. „Am Heiligen Abend bin ich bei der Familie Maurizio und Mary Faganello in Wolfratshausen zum Essen eingeladen. Da freue ich mich schon sehr. Ich bin gespannt was die Mary kochen wird. Ich vermute italienisch.“ Die restlichen Feiertage verbringt Leitl daheim, hat die Wohnung weihnachtlich geschmückt.

Mit etwas Wehmut denkt er an seine Kind- und Jugendzeit zurück: „Zu Weihnachten hat mein Vater gekocht. Da war immer interessant – mal gab’s eine Gans oder manchmal ein Täuberl.“ Für das kommende Jahr wünscht sich der 55-Jährige in erster Linie Gesundheit. Besonders am Herzen liegt ihm jedoch seine Mannschaft: „Ich wünsche mir, dass wir nach der Winterpause etwas weiter vorne mitspielen. Es muss nicht Platz eins bis drei sein, aber ein Rang zwischen sechs und acht wäre schon prima.“ Dürfte er einen Fußballer auf seinen Weihnachtswunschzettel schreiben, bliebe das Papier wohl leer. „Ich habe eine Mannschaft mit sehr guten Fußballern“, sagt Leitl. Deshalb wolle er auch keine Namen von eventuellen Wunschkandidaten nennen: „Sollte sich ein sehr guter Spieler nach Farchet verirren, dann muss er auch charakterlich zu uns passen.“

von Heinz Richter

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