"Ich habe mit Wolfratshausen gelebt"

- Pater Dinko Puljiz verlässt St. Andreas und geht nach Frankfurt

Wolfratshausen - Zölibat, Armut, Gehorsam - das sind die drei Gelübde des Franziskanerordens. Der Gehorsam ist es, der Pater Dinko Puljiz` Lebensweg wesentlich lenkt: Auf Wunsch des Hauptklosters verließ er 1998 seine geliebte Heimat Kroatien. Seit Dezember 1998 ist er Kaplan in der Pfarrei St. Andreas. Jetzt wurde der Priester nach Frankfurt versetzt.

Wehmütig blickt Pater Dinko auf seine sechs Jahre Priesterdasein in Wolfratshausen zurück. "1998 trat ich meine Stelle an, am Sonntag ist es vorbei." Dabei hatte er nie vor, einmal nach Deutschland zu gehen. "Für immer in Kroatien bleiben - so stellte ich mir mein Leben am schönsten vor." Andererseits war Deutschland "eine große Herausforderung": Nur knapp vier Monate hatte er Zeit, Deutsch zu lernen. Der Priester erinnert sich genau: "Am 2. November 1998 hielt ich den ersten Gottesdienst in Gelting." Seither hat er viele Messen gestaltet, Menschen auf Beerdigungen getröstet, sich mit Familien in der Taufe gefreut. "Ich habe nicht nur in Wolfratshausen, sondern mit Wolfratshausen gelebt", betont er. "Das war mehr als eine Arbeitsstelle." "Wertvolle Erfahrungen" und "wunderschöne Erinnerungen" nimmt er mit. Mehr noch: "Hier habe ich gelernt, wie sehr sich die Menschen ähneln - egal, ob Kroaten oder Deutsche. Sie brauchen nicht viel, oft nur ein bisschen Liebe." Diese Erfahrung will er für seine Arbeit in der kroatisch-katholischen Mission in Frankfurt nutzen. Dort kümmert er sich um die "Seelsorge kroatischer, aber auch deutscher Katholiken". Er sieht sich als "Bindeglied" zwischen den Nationen.

Sein Engagement ist unübersehbar. Verlässt er die Pfarrei also mit einem lachenden und einem weinenden Auge? "Nicht lachend", verbessert der Priester. "Mit einem großen Auge, das nach vorne blickt. Was kommt wohl auf mich zu?" Das Schlimmste sei, die Ministranten und Jugendlichen niemandem übergeben zu können. Denn wer die Nachfolge des Kaplans antritt, weiß man laut Pater Dinko auch beim Ordinariat nicht.

Am Sonntag, 18. April, wird der Kaplan beim Gottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche von St. Andreas verabschiedet.kat

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