Königsdorfer Trinkwasser

„Ich trage die Verantwortung“

Bad Tölz- Wolfratshausen - Der Gesundheitsamtschef Dr. Franz Hartmann gibt Königsdorfs Bürgermeister Anton Demmel Kontra, nachdem dieser in einem vorhergehenden Interview gesagt hatte, nicht jeder Keim sei ein Skandal.

Der Streit um das Königsdorfer Trinkwasser nimmt an Schärfe zu. Nach dem Interview, das Bürgermeister Anton Demmel unserer Zeitung gegeben hat, lud Gesundheitsamtschef Dr. Franz Hartmann gestern umgehend zu einer Pressekonferenz. Dass nicht jeder Keim ein Skandal sei, wie es Demmel formuliert hatte – das wollte er so nicht stehen lassen. Treffpunkt war Königsdorf, das Posthotel Hofherr.

Dr. Franz Hartmann widerspricht Anton Demmel energisch.

Der Streit um das Königsdorfer Trinkwasser nimmt an Schärfe zu. Nach dem Interview, das Bürgermeister Anton Demmel unserer Zeitung gegeben hat, lud Gesundheitsamtschef Dr. Franz Hartmann gestern umgehend zu einer Pressekonferenz. Dass nicht jeder Keim ein Skandal sei, wie es Demmel formuliert hatte – das wollte er so nicht stehen lassen. Treffpunkt war Königsdorf, das Posthotel Hofherr.

Aus diesem Grund sei es auch unsinnig, nach einer Dritten Meinung zu rufen. Meinungen Dritter könnten ihn aus seiner Verantwortung als Staatsbeamter nicht entlassen. „Mit meiner Unterschrift würde ich Körperverletzung biligend in Kauf nehmen. Das kann nicht sein, das ist unmöglich“, sagte er.

Auch das Argument, dass es bei den diversen Proben jeweils nur ein einzige Enterokke gehandelt habe, lässt er nicht gelten. Deutlich machte er dies am Beispiel Geretsried. Im dortigen Netz zirkulieren an die 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich. Eine Probe enthält 100 Milliliter Wasser. Wenn in dieser verschwindend geringen Menge auch nur eine Enterokokke auftauche, lasse dies auf eine deutlich höhrere Kozentration schließen. „Das ist ein Indikator, ein deutliches Warnsignal.“ Gefährlich seien Enterokokken grundsätzlich für alle Bürger, vor allem für Säuglinge, deren Immunsystem noch nicht ausgereift sei. Wer dies wisse und dann noch behaupte, dass nicht jeder Keim ein Skandal sei, handle fahrlässig.

Vom Tisch wischte Hartmann auch die immer wieder geäußerte Behauptung, dass die Befunde auf Probenfehler zurückzuführen sind – etwa, weil ein Mitarbeiter das Glas mit einem Finger berührt hat. „Das ist biologisch nicht möglich“, sagte der Mediziner. Es gebe theoretisch nur eine einzige Möglichkeit, eine Enterokokke in die Probe gelangen zu lassen, nämlich indem man sie mit einer Pipette künstlich anbringe. Ein Versehen sei ausgeschlossen.

Hartmann bedauert, dass man in Königsdorf Zeit verloren habe, anstatt sogleich seiner Empfehlung zu folgen eine Ultrafiltrationsanlage einzubauen. „Hätte man schnell gehandelt, könnte die Anlage heuer in Betrieb gehen. So müssen die Bürger noch länger leiden.“ Eine Anlage nach dem neuesten Stand der Technik würde die Bakterien zuverlässig abtöten. Für etwa 20 Jahre wäre das Problem gelöst.

 

Von Volker Ufertinger

Rubriklistenbild: © dpa

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