Philosokomiker Peter Spielbauer feiert im Garten seiner Nachbarin Barbara Reimold mit dem neuen Stück „Pfitsch Göng“ Premiere.
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Philosokomiker Peter Spielbauer feiert im Garten seine r Nachbarin Barbara Reimold mit dem neuen Stück „Pfitsch Göng“ Premiere. 

Programm

Gesellschaft unterm Apfelbaum organisiert Irschenhauser Theatersommer

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Im Garten von Barbara Reimold findet wieder der Irschenhauser Theatersommer statt. Er kann trotz Corona stattfinden - wenn das Wetter mitspielt.

Icking – Das Bedürfnis nach Kultur ist riesengroß. Ein Vierteljahr keine Bühne, kein Konzert, kein nix: Da muss der Mensch ja schwermütig werden. Gut, dass es die Gesellschaft unterm Apfelbaum gibt. Im wundervollen Garten von Barbara Reimold an der Pfaffenleite 16 in Irschenhausen wird auch heuer unter freiem Himmel gesungen, gedichtet und gespielt – wenn auch coronabedingt mit mehr Abstand zwischen den Stühlen als sonst, und das Zelt aus Ausweichbühne bei schlechtem Wetter wird es nicht geben. Trotzdem, es ist eine gute Nachricht: Das Sommerfestival findet statt.

Das kleine, aber feine Programm zwischen Freitag, 24. Juli, und Donnerstag, 2. August versammelt wieder das Who is who von Künstlern aus der näheren Umgebung. Den Auftakt macht Josef Brustmann, der sein neues Buch vorstellt. „Luther hat in seiner Ausgangssperre auf der Wartburg die Bibel übersetzt, Hitler hat im Gefängnis in Landsberg die Bibel geschrieben, und ich, Josef Brustmann, im Corona-Verließ ein Buch, also ein halbes“, schreibt er selbstironisch. Auszüge aus diesem „Ego(ro)manfetzen“ bekommt das Publikum zu hören, unterbrochen nur von „schönen Schwanengesängen und meisterlichen Musiken“.

Tags darauf, am 25. Juli, widmen sich Anatol Regnier, Julia von Miller und Pianist Fréderic Hollay – endlich wieder vereint – dem großen Thema Liebe und stellen die ketzerische Frage: „Muss man sie denn gar so ernst nehmen?“ Sie finden: Auch die Distanz hat ihren Reiz.

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Am 26. Juli stehen zwei Vorführungen auf dem Programm. Um 11 Uhr dürfen Kinder Frau Rettich bei der Lösung ihres ersten Falls helfen. Frau Rettich (Babara Ulrich) hat nämlich ein Büro für besondere Angelegenheiten eröffnet, was sich in der Märchenwelt herumspricht. Bald bricht Chaos auf der Märchenwiese aus – so der Titel des Stücks. Nebenbei: Dass die Münchner Schauspielerin auch Erwachsene gut zu unterhalten weiß, beweist sie am Donnerstag, 30. Juli, wenn sie mit der Pianistin Claudia Hrbatsch Bert Brecht und die 1920er Jahre auf die Bühne zaubert.

Doch zurück zum 26. Juli: Abends steht Vanessa Magsons Brexit-Revue auf dem Programm. Die gebürtige Britin, die schon lange in Icking wohnt, berichtet in Wort und Ton, was ihr ihre geliebte Heimat alles zugemutet hat – inklusive einem bizarren Einbürgerungstest, als sie die deutsche Staatsbürgerschaft erwarb. Dass sie im tiefsten Herzen Britin bleibt, beweist der Abend: Der Mix aus schrägen Hits, historischen Fakten und persönlichen Erlebnissen trieft geradezu von schwarzem Humor.

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Herrlich krach und bumm macht das Rumpelpumpel Theater von Pirmin Sedlmeir und Lisa Jopt am Freitag, 31. Juli. Mit dem wilden, anarchistischen Stück „Loli Jackson auf der Suche nach dem Sinn von allem“ hat die Truppe bereits im vergangenen Jahr im Ambach die Zuschauer beglückt. An der Pfaffenleite ist die überarbeitete Version des Stücks zu sehen. Allein der alte Marktwagen ist eine Schau.

Kinder kommen am Sonntag, 2. Juli, auf ihre Kosten. Judith Horgass und Kirstie Handel spielen um 11 Uhr das clowneske Stück vom „Bücherschatz“, wobei eine 92-jährige Oma und ihre Enkelin unvermutet auf eine Reise um die Welt geschickt werden. Ein großes Buchstabenabenteuer erwartet sie.

Apropos Buchstaben: Fans des genialischen Wortklaubers Peter Spielbauer dürfen sich auf ein neues Programm freuen. „Pfitsch Göng“ heißt es und wird gleich an zwei Abenden gespielt, nämlich dem 1. und 2. August. Unter anderem verspricht er die „kürzeste Geschichte der Menschheit ever“. Außerdem sagt er: „Sonne, Sonne scheine, lass und nicht alleine! Sonne, Sonne move, give me my daily groove.“ Ein besseres Motto könnte es gar nicht geben.

Infos

Die Abendvorstellungen beginnen um 20.30 Uhr. Bei Regen fällt die Vorstellung aus, Gäste erhalten ihr Geld zurück. Die Zahl der Besucher ist begrenzt, rechtzeitige Kartenbestellung empfiehlt sich. Infos unter www.gesellschaft-unterm-apfelbaum.org. Karten zu 14 und 23 Euro gibt es in Icking bei Schreibwaren Baumgartner und in Ebenhausen in der Buchhandlung Isartal.

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