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Bleibt im Moment ohne erläuternde Tafel: Der Wenzberg wird seinen Namen zunächst behalten. Erst wenn die Ickinger NS-Zeit aufgearbeitet ist, soll über eine mögliche U mbenennung entschieden werden. 

Erst das große Ganze

NS-Zeit von Icking soll gründlich erforscht werden

Seit Monaten hält der Wenzberg und die nationalsozialistische Vergangenheit seines Namensgebers den Ickinger Gemeinderat in Atem. In einer hitzigen Debatte wurden am Montag fünf Beschlüsse gefasst. Fest steht: Eine schnelle Lösung in Sachen Wenzberg wird es nicht geben. Die Entscheidung über die Umbenennung soll erst fallen, wenn eine historische Aufarbeitung der NS-Zeit in Icking durch den Arbeitskreis abgeschlossen ist.

Der Arbeitskreis (AK)

Mit knapper Mehrheit hat der Gemeinderat beschlossen, dass der Arbeitskreis nicht nur die Straßennamen, sondern die Zeitspanne ab der späten Weimarer Republik bis in die 1950erJahre aufarbeiten soll. An der Frage der weiteren Vorgehensweise war zunächst eine hitzigen Debatte entbrannt. Christian Mielich (SPD) wollte nämlich geklärt wissen, ob man die gesamte Zeit des Nationalsozialismus in Icking aufgearbeitet haben möchte. „Daraus ergibt sich dann die Beauftragung des Arbeitskreises“, erklärte er.

Claudia Roederstein (UBI) plädierte für die ursprünglich beschlossene stufenweise Vorgehensweise, beginnend mit der Aufarbeitung des Wenzbergs und anschließend der weiteren Straßennamen bevor man „den großen Wurf“ mache. Es sei sinnvoll, „erst im Kleinen anzufangen und sich dann voranzutasten“.

Dr. Otto Güllich (Ickinger Initiative) vetrat die Meinung, dass eine gerechte Darstellung einzelner Personen nur durch die Darstellung des Ganzen möglich sei. Man sollte Paul Wenz nicht aus dem Gesamtkontext herausnehmen. Er formulierte schließlich den weitreichenden Antrag, dass im Rahmen der Untersuchung der Straßennamen die Zeit von der späten Weimarer Republik bis in die späten 50er Jahre aufgearbeitet werden soll. Dem stimmten die Räte mit neun zu sieben Stimmen knapp zu.

Angesichts einiger kritischen Nachfragen zu dem Beschluss hielt Mielich den Räten vor, dass es sich nur um einen Kompromiss handle, „da keiner in der Runde bereit sei, den Beschluss zu fassen: Wir arbeiten die Zeit des Nationalsozialismus auf“. Dagegen verwahrte sich Bürgermeisterin Margit Menrad empört im Namen des Gemeinderates.

Einstimmig beschlossen die Räte hingegen, den Pöckinger Historiker Erich Kasberger und seine Frau, die Geschichtsprofessorin Marita Krauss, mit der Leitung des AK zu beauftragen. „Das ist eine Chance, die wir unbedingt nutzen sollten“, stellte Vigdis Nipperdey klar. Eine Auffassung, die alle Räte teilten.

Umbenennung Wenzberg

Mit einer Gegenstimme sprachen sich die Räte dafür aus, dass die Entscheidung über eine Umbenennung des Wenzberges erst nach Abschluss der gesamten Aufarbeitung der NS-Zeit in Icking fallen soll. „Sonst würden wir das Pferd von hinten aufzäumen“, erklärte Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative).

Umbenennung Kinderkrippe

Abgelehnt wurde von den Räten der Antrag von Christian Mielich (SPD), einen neuen Namen für die Kinderkrippe am Wenzberg zu suchen. Mit zwölf zu fünf Stimmen angenommenwurde hingegen der Antrag von Verena Reithmann (UBI), später im Zuge der Abstimmung über die Umbenennung des Wenzberges auch über die Umbenennung der Krippe zu entscheiden.

Fahrplan für das weitere Vorgehen

Zunächst wird es eine komplette hinstorische Aufarbeitung der NS-Zeit in Icking geben. Erst nach deren Abschluss soll eine Entscheidung darüber fallen, ob der Wenzberg seinen Namen behält oder ob ein Schild Informationen geben soll.

Yvonne Zuber

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