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Pflanzaktion: Mehr als ein Dutzend freiwillige Helfer pflanzte am Mittwoch zusammen mit Revierförster Robert Nörr (re.) am Ickinger Ulrichsberg 150 Setzlinge, darunter auch echte Fünf-Seen-Land-Elsbeeren. 

Schadflächen werden aufgeforstet

150 Setzlinge für den Ulrichsberg: So kämpft Icking gegen das Baumsterben

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Ein neues Projekt wirkt dem Baumsterben entgegen: In Icking haben freiwillige Helfer mit Unterstützung von Experten 150 neue Bäumchen gepflanzt – darunter auch eine seltene Art aus der Region.

Icking – Der Isartalverein, das Forstrevier Wolfratshausen und die Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen haben ein neues Projekt gestartet. Zusammen mit weit über einem Dutzend freiwilligen Helfern forsteten sie am Mittwoch die Schadflächen am Ulrichsberg auf.

„Am Jahresanfang musste eine Buche gefällt werden, die starken Pilzbefall aufwies“, sagte Revierförster Robert Nörr. Das gleiche Schicksal ereilte auch rund 70 Eschen. Ursache war das Eschentriebsterben. „Die Krone stirbt von oben nach unten ab“, erklärte Nörr. „Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn herabfallende Äste Spaziergänger treffen würden.“ Noch gefährlicher werde es, wenn der Pilz den Wurzelbereich befällt: Der Baum könne ohne Vorwarnung umfallen. „Derzeit weiß man nicht, wie man den Pilz, der sich über Sporen verbreitet, bekämpfen kann“, sagte Florian Loher, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV).

Nun wurden auf der freigewordenen Fläche in Icking seltene Baumarten gesetzt. „75 Weißtannen, 25 Eiben, 25 Elsbeeren“, zählte Nörr auf. „Und dazu als Besonderheit fünf Speierlinge, fünf Walnussbäume und 33 heimische Elsbeeren.“ Bei letzteren handle es sich um eine Neuheit: „Sie wurden erstmalig von Kollegen aus Fürstenfeldbruck aus den Beeren, die von unseren regionalen Elsbeeren stammen, gezogen.“ Also echte Fünf-Seen-Land-Elsbeeren. Und: „Sie stehen unter wissenschaftlicher Beobachtung.“

Finanziert wurde die Pflanzaktion durch einen Staatszuschuss. „Aber das reicht nicht“, sagte Erich Rühmer, Vorsitzender des Isartalvereins. „Also haben wir den Rest draufgelegt. Zusammen mit den Kosten für die Fällung ergibt das einen vierstelligen Betrag.“

Revierförster Nörr zeigte den freiwilligen Helfern anschließend, wie man eine Weißtanne setzt. „Nicht zu tief, schließlich wollen wir die Pflanze ja nicht beerdigen.“ Aber es dürfe auch kein Wuzelstück herausschauen, weil das Bäumchen sonst austrocknet. Sobald das gelungen ist, dürfe man die Pflanze auch nicht ins Erdreich drücken“, so Nörr. „Sonst wird aus dem Tiefwurzler ein Flachwurzler.“ sh

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