Das Gelände der ehemaligen Reitschule am Isarweg.
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Das Gelände der ehemaligen Reitschule am Isarweg. Etwa 40 Wohnungen sowie ein Bürogebäude sind dort geplant.

Ickinger Initiative scheitert mit Antrag, das Planungsverfahren auszusetzen

Abgebrannte Reithalle in Icking: Ist mit dem Tod von Johann Abfalter alles anders ?

Was passiert jetzt auf dem Gelände der abgebrannten Reithalle in Icking? Grundstückseigentümer ist die Abfalter GmbH, deren Chef am 11. September starb.

Icking – Neu überdenken möchte Vigdis Nipperdey von der Ickinger Initiative die Pläne für das Gelände der ehemaligen Reithalle am Isarweg. Ihr Antrag, das Bebauungs- und Flächennutzungsplanverfahren auszusetzen, wurde jedoch vom Gemeinderat am Montag abgelehnt.

Hintergrund für den Vorstoß Nipperdeys ist, dass der Eigentümer des Grundstücks, Johann Abfalter, am 11. September verstorben ist. Bürgermeisterin Verena Reithmann (Unabhängige Bürgerliste Icking, UBI) erklärte dazu, Vertragspartner der Gemeinde sei stets die Abfalter GmbH und Co. KG gewesen, nicht Johann Abfalter senior persönlich, weshalb kein Grund bestehe, „alles auf Null zu setzen“, wie Nipperdey es formuliert hatte. Nach Ansicht von Nipperdeys Fraktionskollege Dr.Otto Güllich war das Vorhaben aber „doch stark geprägt von Herrn Abfalter“. Die nachfolgende Generation entscheide womöglich anders.

Wie berichtet möchte das Mineralwasser-Unternehmen Abfalter (St.-Leonhards-Quellen) mit Sitz im Landkreis Traunstein auf dem Areal der im Sommer 2018 abgebrannten Reitschule eine Anlage mit etwa 40 Wohnungen und einem Bürogebäude bauen. Für das Büro gibt es einen örtlichen Interessenten. Mit der Gemeinde wurde ein städtebaulicher Vertrag geschlossen, der vorsieht, dass die Hälfte der Wohnungen von Einheimischen zu sozialverträglichen Mieten belegt werden soll. Erste Architektenentwürfe wurden im vergangenen Jahr bei einer Bürgerveranstaltung vorgestellt. Der nächste Schritt wäre die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

Ist der Gemeinderat wirklich glücklich mit der derzeitigen Planung? Passt eine Anlage mit rund 50 Wohnungen ins Landschaftsschutzgebiet?

Vigdis Nipperdey

„Ist der Gemeinderat wirklich glücklich mit der derzeitigen Planung? Passt eine Anlage mit rund 50 Wohnungen ins Landschaftsschutzgebiet?“, fragte Nipperdey in die Runde. Die Meinungen der Gemeinderäte dazu sind unterschiedlich. Dritte Bürgermeisterin Laura von Beckerath-Leismüller (Grüne) begrüßte den Antrag. Auch für sie stelle die Anlage „keine ortsgerechte Bebauung“ dar, sagte sie. Julian Chucholowski (SPD) möchte ebenfalls „einen Schritt zurückgehen“. Zweite Bürgermeisterin Claudia Roederstein (UBI) dagegen sagte, sie finde es schade, dass alle bisherigen Überlegungen in Frage gestellt würden. Über Details wie die Zufahrt müsse man sich Gedanken machen, nicht aber über die Notwendigkeit von bezahlbarem Wohnraum. Den Vorwurf von Matthias Ertl (Parteifreie Wählergemeinschaft Icking, PWG) , die neu gewählten Gemeinderäte wollten „alles über den Haufen werfen“, konterte von Beckerath-Leismüller mit den Worten, sie sei im Wahlkampf gegen eine massive Bebauung gewesen. Diese Haltung vertrete sie nun natürlich weiterhin.

Sabrina Stör (Grüne) meinte, bei der Dimension des Projekts könne man sich „alle Zeit nehmen“. Sie regte an, im geplanten Workshop des Gemeinderats zur Ortsentwicklung auch über das Areal am Isarweg zu diskutieren. Dies wurde jedoch abgelehnt, weil es zu viel Zeit kosten würde. Das Thema soll in einer eigenen Sitzung oder einem Arbeitskreis behandelt werden.

Tanja Lühr

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