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Schwere Momente: Carolin Jordan in ihrer Rolle als Jeanne reist in den Libanon – und damit in die Vergangenheit ihrer Mutter. Was sie dabei erlebt, ist so dramatisch, dass sie Trost braucht (re. Franz Mees als Arzt).

Premiere am 15. Juli

"Verbrennungen": Ickinger Laienbühne zeigt Fluchtdrama

Icking - Das Thema ist aktueller denn je: Das Fluchtdrama "Verbrennungen" führt die Ickinger Laienbühne an fünf Abenden auf.

Das blaue Theaterzelt in den Krautgärten am Stockerweiher in Irschenhausen steht nun seit einigen Tagen. Es wird fleißig darin am letzten Feinschliff geprobt. 19 Mitwirkende der Ickinger Laienbühne unter Leitung von Stefan Mayer-Voigt werden im Juli an fünf Abenden das Fluchtdrama „Verbrennungen“ des libanesischen Autors Wajdi Mouawad in einer modernen Inszenierung präsentieren.

Noch ist aber Zeit, mit dem Regisseur hinter die Kulissen zu schauen und nachzufragen, warum die Auswahl in diesem Jahr gerade auf dieses sehr emotionale Stück gefallen ist. „So tragisch es klingt, wir sind durch die gegenwärtige Situation von Krieg und Vertreibung täglich mit diesen Bildern in den Medien konfrontiert. Diese Handlung ist heute mehr denn je Realität“, sagt Mayer-Voigt.

„Verbrennungen“ ist der zweite Teil einer Tetralogie, in der es um die Suche nach der Wahrheit geht. Die Geschwister Jeanne (Carolin Jordan) und Simon (Felix Unterberger) erkunden die Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter Nawal (Maresa Sophie Sedlmeir spielt Nawal im Alter von 14 bis 19 Jahren, Lydia di Bernardo im Alter von 40 Jahren, Christine Noisser mit 60). Nawal floh vor dem Krieg im Nahen Osten in den sicheren Westen, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Nach ihrem Tod hinterlässt sie zwei Briefe, die die Geschwister an den Vater und dessen Bruder überbringen sollen. Jeanne und Simon machen sich auf die Reise. Die Suche nach ihren Wurzeln führt sie in die kollektive Tragödie des Krieges.

So sehr diese Handlung betroffen mache, so täten sich doch auch positive Gefühle und Erkenntnisse auf, so Mayer-Voigt. Zum Beispiel: Wie geht man mit einem Schicksalsschlag um? Wie erträgt man die Wahrheit ohne Beschönigung? Mouawad zeigt in diesem Bühnenstück mit klarer Aussage, wie die Sprache, aber auch das Schweigen zu Waffen werden. Das Stück hat Dramatik, eine hohe Spannung und sehr viel Emotion. „Bei einer Komödie gehst du raus und sagst: Das war ein netter Abend, Hier kommt etwas in Bewegung“, verspricht der Regisseur.

Wajdi Mouawad wurde 1968 im Libanon geboren, wuchs in Frankreich auf und immigrierte später nach Québec. Der Schauspieler, Autor und Regisseur verzeichnete Erfolge vor allem in Montréal. Mit den Stücken „Littoral“ und „Verbrennungen“ wurde er auch in Deutschland und Frankreich bekannt.

In weiteren Rollen spielen: Hermile (Boris Fittkau), Antoine (Marc Philippi), Sawda (Juliane Vogel) Nihad (Sebastian Kater), Wahab (Max Berling), Jihane, Elhame (Anja Schubert), Nazira (Ingrid Vogel), Arzt, Malak (Franz Mees), Ralph, Abdessamad (Andreas von Beckerath), Hausmeister, Chamseddine (Andreas Kunzelmann), Fremdenführerin (Anna Krzikalla), Soldat, Fotograf (Luca Goecke). Musikalische Begleitung: Deaa Alrehani, Ferhan Ozgun, Uday Alturk.

Die Aufführungen finden am Freitag, 15. Juli, Samstag, 16. Juli, Sonntag, 17. Juli, Mitwoch, 20. Juli und Freitag, 22. Juli, statt. Ort der Aufführung ist das Theaterzelt Icking-Irschenhausen, Krautgärten am Stockerweiher. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn 20 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Euro, ermäßigt für Schüler und Studenten acht Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Baumgartner in Icking unter Ruf 0 81 78/12 53 oder in der Isartalbuchhandlung in Ebenhausen unter Ruf 0 81 78/99 89 98.

Andrea Weber

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