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Der Zweite Weltkrieg brachte Not und Elend. Wie die Zeit des Nationalsozialismus in Icking verlaufen ist, soll jetzt ein Arbeitskreis untersuchen. 

Erforschung der Ickinger NS-Vergangenheit

Arbeitskreis ist installiert

Icking hat sich vorgenommen, seine NS-Zeit durch einen Arbeitskreis erforschen zu lassen. Mit Spannung war erwartet worden, wie der Arbeitskreis besetzt ist. Jetzt ist es öffentlich: Es sind zwei Historiker und fünf Gemeinderäte. 

Icking – In Sachen Umbenennung Wenzberg hat der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen. die beiden Historiker Prof. Dr. Marita Krauss und Erich Kasberger, offiziell mit der professionellen Leitung des Arbeitskreises zu beauftragen. Das gab Bürgermeisterin Margit Menrad in der Montagssitzung bekannt.

Dem Arbeitskreis (AK) werden neben den beiden Historikern fünf Mitglieder des Gemeinderats angehören: Hans-Peter Stahn (CSU), Dr. Peter Schweiger (PWG), Christian Mielich (SPD), Dr. Alfred Vogel (Ickinger Initiative) und Claudia Roederstein (UBI). Damit sind alle Gruppierungen des Gemeinderats in dem AK repräsentiert. Der entsprechende Beschluss zur Besetzung des AK fiel einstimmig und ohne weitere Diskussion.

Der Gemeinderat folgte einer Empfehlung von Krauss und Kasberger. Diese hatten sowohl die Größe des AK mit sieben Mitgliedern vorgeschlagen als auch, dass die Mitglieder aus der Mitte des Gemeinderats kommen sollten. Die Gemeinderatsmitglieder arbeiten ehrenamtlich im AK, während die beiden Historiker eine Vergütung erhalten.

In einem ersten Schritt werden Ickinger Straßennamen untersucht 

In einer Pressemitteilung, die Menrad in der Sitzung verteilte, wird erläutert, dass Krauss und Kasberger in einem ersten Schritt mit der Bearbeitung der Ickinger Straßennamen, deren Namensgeber während der NS-Zeit lebten, betraut werden. Dabei sei zu klären, ob und inwiefern diese Personen aktiv am NS-System beteiligt waren, der Gewaltherrschaft Vorschub leisteten oder in Verbrechen des Regimes verwickelt waren. Die Ergebnisse dieser vertieften Recherche und gegebenenfalls Texte für Informationsschilder seien mit dem AK zu diskutieren. Dieser werde die Ergebnisse dem Gemeinderat als Empfehlung vorlegen.

Wie berichtet treiben der Wenzberg und die nationalsozialistischen Verstrickungen seines Namensgebers den Ickinger Gemeinderat seit Monaten um. Ende März hatten die Räte schließlich beschlossen, dass eine Entscheidung über die Umbenennung der Straße erst fallen soll, wenn die Aufarbeitung durch einen Arbeitskreis abgeschlossen ist.

Die beiden Historiker haben bereits einen Bezug zu Icking. Gemeinsam haben Krauss und Kasberger das Buch „Leben in zwei Welten“ zum Schicksal des – zeitweise in Icking lebenden – jüdischen Ehepaares Else Behrend-Rosenfeld und Siegfried Rosenfeld herausgegeben. Zudem haben sie die NS-Zeit in ihrer Heimatgemeinde Pöcking aufgearbeitet. Yvonne Zuber

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