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Endstation Icking: Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, haben einen langen, schwierigen Weg hinter sich. Einige werden nächstens in den Ickinger Ortsteilen Irschenhausen und Dorfen unterkommen.

Flüchtlingskrise

Asyl in Dorfen und Irschenhausen

Icking - Nach langer, emotionaler Diskussion hat der Gemeinderat am Montag zwei Bauanträgen für Asylbewerberunterkünfte in Dorfen und Irschenhausen zugestimmt. In den Gebäuden in Holzständerbauweise können jeweils 48 Flüchtlinge untergebracht werden.

Die Zuhörerreihen im Sitzungssaal waren voll besetzt. Während der brisanten Tagesordnungspunkte wurden immer wieder Beifalls- und Unmutsbekundungen laut. Bürgermeisterin Margit Menrad drohte sogar mehrmals mit der Räumung der Saales.

Zunächst: Ein Streit um Zahlen

Zunächst entbrannte eine Debatte über die prognostizierten Flüchtlingszahlen. „Von welchen Zahlen gehen wir aus?“, fragte Dr. Alfred Vogel (Ickinger Initiative) irritiert. Während die Bürgermeisterin von rund 200 zu erwartenden Flüchtlingen bis Ende 2016 spreche, würden andere Stellen die Zahl 149 nennen. Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) monierte, dass keine konkreten Zahlen zu Verträgen mit privaten Hausbesitzern vorlägen.

Vigdis Nipperdey kritisiert mangelnde Glaubwürdigkeit

Die Rathauschefin verwies auf das Landratsamt. Die Behörde habe ihr mitgeteilt, dass zu den 61 Flüchtlingen in 2015 bis Ende kommenden Jahr weitere 149 hinzukämen. Was die privaten Verträge mit Hauseigentümern angeht, machte sie fehlende Informationen durch das überlastete Landratsamt geltend. „Das ist eine Glaubwürdigkeitslücke für den Gemeinderat und Sie als Bürgermeisterin“, kritisierte Nipperdey. Die Gerüchteküche in der Gemeinde brodle gewaltig. Unter dem Applaus der Zuhörer forderte Nipperdey die Bürgermeisterin auf, die Zahlen auf der Homepage der Gemeinde zu veröffentlichen.

Ob die Turnhalle danach wieder frei wird, ist offen

In der Diskussion wurde nachgehakt, ob mit der Errichtung der Unterkünfte an der Irschenhauser Straße durch einen Projektentwickler die Turnhalle tatsächlich geräumt werde. Menrad erklärte, dass es dafür eine Zusage des Landkreises gebe, wenn die Gemeinde ihre Quote erfülle. „Wir haben eine Zusage, aber keine Garantie“, brachte es Dr. Peter Schweiger (Parteifreie Wählergemeinschaft) auf den Punkt. Verena Reithmann (Unabhängige Bürgerliste Icking) wandte ein, dass mit den zwei Projekten für jeweils 48 Flüchtlinge weder die Zahl von 149 Flüchtlingen oder gar 200 überschritten werde.

Baurecht durch die Hintertür in Irschenhausen?

Dr. Georg Linsinger thematisierte die Ängste der Anwohner in Irschenhausen. Diese würden befürchten, dass durch die Hintertüre Baurecht geschaffen werde. Reithmann meinte, dass die Situation „Gürtel und Hosenträger“ erfordere und sowohl in den Beschluss zum Bauantrag als auch im Pachtvertrag aufgenommen werden müsse, dass die Gebäude nach zehn Jahren zurückgebaut werden müssen. Schließlich wurde dem Bauantrag für Irschenhausen zugestimmt, mit nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen von den Gemeinderäten, die den Grund zur Verfügung stellen.

Weit weniger Diskussion um Dorfen

Zügiger verlief die Behandlung des Bauantrages für die entsprechenden zwei Gebäude für 48 Asylbewerber im Ortsteil Dorfen. Christian Mielich (SPD) bezeichnete es als „Schlag ins Gesicht vieler Dorfener“, das Projekt so durchzuziehen. Es gebe dort alternative Grundstücke, erklärte er. Die anderen gemeindlichen Grundstücke seien ungeeignet, widersprach Menrad. Am Ende votierte der Gemeinderat mit nur zwei Gegenstimmen für den Bauantrag für zwei Asylbewerberunterkünfte in Dorfen. Yvonne Zuber

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