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Knochenarbeit für die gute Sache: (v.li) Helischned aus Syrien, Estagon aus Syrien und Naigullah aus Afghanistan pflanzten zusammen mit Förster Robert Nörr, Simon Holzer vom Ickinger Bauhof, Bürgermeisterin Margit Menrad sowie Bernd Hertwig vom Helferkreis (vorne) 400 Tannen im Wald von Attenhausen.

„Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz“

Asylbewerber pflanzen 400 Tannen in Icking

Icking – In Icking haben Asylbewerber 400 Tannen gepflanzt. Am Anfang gab es Bedenken bei der Verständigung. Doch die wurden schnell ausgeräumt.

Kraftvoll stieß Naigullah den Hohlspaten in den Waldboden. Die Arbeit war anstrengend, Wurzelwerk erschwerte das Ausheben des Pflanzlochs. Zusammen mit zwei weiteren Asylbewerbern aus Syrien pflanzte der junge Afghane vor wenigen Tagen in einem Fichtenwald in Attenhausen 400 Tannen. Die Aktion selbst stand unter der Leitung von Robert Nörr, Revierleiter der Forstdienststelle Wolfratshausen.

„Wir haben gemerkt, dass einige unserer Flüchtlinge an Wald- und Gartenbau interessiert sind“, erzählt Bernd Hertwig vom Ickinger Helferkreis. Schnell entstand die Idee, ihnen die Gelegenheit zu geben, Nörr bei einer Aufforstungsmaßnahme zur Hand zu gehen. „Man merkt“, so Hertwig weiter, „dass auch unsere Asylbewerber gerne je nach Begabung und Interesse etwas zurückgeben wollen.“

Eigentlich sollten insgesamt sechs Helfer die kleinen Weißtannen im Abstand von zwei Metern in den Boden bringen. „Aber das kollidierte mit dem Sprachkurs.“ Dennoch, die drei restlichen Männer pflanzten und arbeiteten mit großem Engagement. „Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz“, so Nörr.

Am Anfang hatte er ein wenig Bedenken, wie die Verständigung ablaufen könnte, aber: „Zeigen reicht.“ Zusammen mit Simon Holzer vom Bauhof bereitete der Förster die kleinen Bäumchen vor, demonstrierte, dass man sie zuerst in das Pflanzloch stecken und, nachdem mit etwas Erde aufgefüllt wurde, wieder ein Stück nach oben ziehen muss. „Nicht, dass aus einer Pfahlwurzel durch Verbiegen plötzlich ein Flachwurzler wird.“ Die Demonstration kam an, die drei Männer gruben, pflanzten und zogen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Die Aufforstung selbst hat einen ernsten Hintergrund. Der Gemeindewald in Attenhausen ist ein Fichtenwald, die Tannen sollen ihm mehr Stabilität und Widerstandskraft geben. Auch Bürgermeisterin Margit Menrad unterstützte die Aktion nach Kräften: „Neben dem Naturschutz-Aspekt sind das hier die ersten kleinen Schritte auf dem Weg zu einem guten Miteinander.“

sh

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