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Grausame Abholzaktion oder notwendige Maßnahme? Über die Baumfällung an der Maibaumwiese gehen die Meinungen auseinander.

Abholzung auf der Maibaumwiese

Aufschrei in Icking: Bäume müssen Supermarkt weichen

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Icking – Dass auf der Maibaumwiese abgeholzt wurde, bringt einige Ickinger in Rage. Die Bäume müssen einem Supermarkt weichen.

Auf der Maibaumweise neben dem Rathaus soll in naher Zukunft ein Supermarkt entstehen. Um dafür Platz zu schaffen, sind dort am Ende vergangener Woche Bäume gefällt worden. Das bringt einige Ickinger in Rage. Unter anderem die Paartherapeutin Beatrice Wagner, die ihre Praxis am Wenzberg, also in unmittelbarer Nachbarschaft, betreibt. Sie attackiert Bürgermeisterin Margit Menrad in einem offenen Brief. Darin heißt es: „Ich muss davon ausgehen, dass Sie für die schlimmsten und grausamsten Abholzaktionen verantwortlich zeichnen.“ Dass auf der Maibaumwiese Bäume geopfert werden, sei nur das neueste Kapitel in einer ganzen Reihe von Kahlschlägen. Unter anderem nennt sie auch das Allmende-Grundstück, wo einige wunderschöne alte Bäume der Kinderkrippe weichen mussten. „Das deutet auf eine Geringschätzung unserer Umwelt hin, wodurch Icking immer mehr seinen ländlichen Charme verliert.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt sie, dass sie mit ihrem Unbehagen keineswegs alleine steht. „Viele Ickinger haben das Gefühl, dass die Gemeinde immer mehr zu einer gesichtslosen Schlafstadt wird.“ Sie habe sehr häufig das Gespräch mit der Bürgermeisterin gesucht. „Aber sie hat mich immer abtropfen lassen.“

Bürgermeisterin Margit Menrad weist die Vorwürfe von sich. Für die Fällungen auf der Maibaumwiese sei die Gemeinde nicht verantwortlich. „Das hat der Pächter veranlasst.“ Das Grundstück, auf dem der Supermarkt entstehen soll, sei nämlich in Erbaurecht vergeben. Nach ihrer Ansicht teilen durchaus nicht alle Bürger die Ansicht von Beatrice Wagner. Einige freuen sich auf den neuen Supermarkt und verstünden, dass dort nicht beides Platz haben kann. Wieder andere freuen sich über den wunderbaren Blick auf die Alpenkette, der jetzt vom S-Bahnhof möglich sei. „Ich bin von einigen darauf angesprochen worden.“

Grundsätzlich räumt Menrad ein, dass in vergangener Zeit in Icking einige Bäume gefällt werden mussten. Eine Handhabe hätte die Gemeinde in den seltensten Fällen. Teils handelt es sich um alte Bäume, die bei Sturm umknicken können und deshalb eine Gefährdung darstellen. Andere stünden auf Privatgrundstücken. Da habe die Gemeinde keinerlei Einfluss.

Die Ansiedlung des Supermarkts sei ein Fall innerörtlicher Verdichtung. Der Gemeinderat habe sich vor Jahren dafür entschieden, lieber zu verdichten als zu erweitern. Dies sei Beschlusslage und werde von der Regionalplanung favorisiert. Ausgleichspflanzungen seien deshalb nicht nötig.

vu

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