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Widerstand gegen neue Funkmasten

Telekom will entlang der A 95 aufrüsten

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Mit mehr Funkmasten entlang der Autobahn A95 will die Deutsche Telekom die Versorgung verbessern. Dagegen regt sich Widerstand von Seiten der betroffenen Kommunen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– „Ja, wir wollen die Mobilfunkversorgung entlang der A 95 verbessern“, antwortet Markus Jodl, Pressesprecher der Deutschen Telekom, auf Anfrage unserer Zeitung. „Deshalb suchen wir in Icking, Eurasburg, Münsing und Iffeldorf Standorte für Mobilfunkanlagen.“ Dieses Vorhaben stößt allerdings in den Kommunen auf mehr oder minder kräftigen Widerspruch.

Die bestehenden Mobilfunkanlagen an der Schnellstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und der Landeshauptstadt München reichen laut Telekomsprecher Jodl nicht aus, um den Nutzern toujours eine „hohe Qualität“ zu garantieren. Ergo will das Unternehmen weitere Masten errichten lassen – möglichst in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren. Bislang war die Telekom zuversichtlich, dass die betroffenen Gemeinden ihr bei dem Vorhaben keine Steine in den Weg legen.

Iffeldorf hat kaum Handlungsspielraum

Zumindest in Iffeldorf war das so. Allerdings weiß Bürgermeister Hubert Kroiß, dass die Gemeinde kaum einen Handlungsspielraum hat: „Verbesserungsvorschläge“ könne man machen, informierte Kroiß den Gemeinderat kürzlich, „andere Möglichkeiten haben wir nicht.“ Mit Protesten der Bevölkerung rechnet der Rathauschef jedoch nicht.

Eurasburg sagt Nein

Aus Eurasburg kam bereits ein Nein. „Wir sind die einzige Gemeinde mit vier Masten“, stellte Gemeinderat Peter Goepfert in der jüngsten Sitzung des Gremiums fest. Das sei ausreichend, von einem akuten Funkloch wisse er nicht. Dritter Bürgermeister Ralf Reichenberg und Gemeinderat Klaus Koch waren ähnlicher Meinung. Das Ergebnis der Debatte: Bürgermeister Moritz Sappl bekam den Auftrag, die Telekom „darauf hinzuweisen, dass schon zwei Funkmasten an der Autobahn stehen und die als ausreichend erachtet werden“. Dass dieser Vorstoß von Erfolg gekrönt sein wird, bezweifelt der Geschäftsleiter im Eurasburger Rathaus, Günther Eidenschink: „Die Chancen, da etwas zu verhindern, sind gering. Wir werden nicht viel ausrichten.“

Icking gibt Mobilfunk-Immissionsgutachten in Auftrag

Den Plan der Telekom präsentierte auch Ickings Rathauschefin Margit Menrad ihrem Gemeinderat. Der Mobilfunkriese will eine neue Basisstation im Bereich des Waldstücks errichten, das zwischen Wadlhausen und Walchstadt an die Autobahn 95 grenzt. Die Befürchtung der Kommunalpolitiker: Ein Anstieg der Strahlenbelastung für die Bürger in diesen Gebieten. Vor diesem Hintergrund entschieden sich die Gemeinderäte, ein Mobilfunk-Immissionsgutachten in Auftrag zu geben. Ein Kostenangebot liegt Rathauschefin Menrad bereits vor: 6200 Euro müssen aus dem Gemeindesäckel genommen werden. Das Gutachten umfasst laut Menrad eine Bestandsaufnahme, das Finden von zu untersuchenden Standortalternativen, die Angabe des prognostizierten Immissionswertes zum ungünstigst betroffenen Gebäude sowie eine Visualisierung mit Farbgrafiken und eine Prognose der Immission unter Berücksichtigung der Geländeform.

Telekom ist optimistisch

Telekom-Sprecher Jodl ist Optimist: „Normalerweise sollte es schon möglich sein, einen Standort im Einvernehmen mit der Gemeinde an der Autobahn zu finden.“ Joseph Wodak, zuständig für die Bauleitplanung im Bauamt der Gemeinde Eurasburg, ersetzt das Wort „Einvernehmen“ durch das Wort „Benehmen“, denn: Hat die Telekom einen Standort außerhalb des bebauten Ortsgebietes – ohne existierenden Bebauungsplan – im Auge, greife in der Regel Paragraf 35 des Baugesetzbuches. Das heißt vereinfacht: Das Bauvorhaben, das im vorliegenden Fall der Grundversorgung des Bürgers dient, gilt als privilegiert. Die Entscheidung falle daher „im Benehmen, nicht unbedingt im Einvernehmen mit der Kommune“, sagt Wodak im Gespräch mit unserer Zeitung. Führe ein Telekommunikations-Unternehmen zum Beispiel „betriebsinterne Gründe“ an, die für den von ihm favorisierten Standort sprechen, bleibe der Stadt beziehungsweise Gemeinde in der Regel nicht viel mehr, als das Projekt zur Kenntnis zu nehmen. 

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